Scratchbook

Das Leben ist immer anders als die Realität.

31c3: From Computation to Consciousness

Claude, 2. Januar 2015, 11:36 Uhr

Was ist die Natur der Realität?
Was können wir wissen?
Wer sind wir?
Was sollen wir tun?

Joscha versucht, etwas Licht auf diese Fragen zu werfen. Mit Denkmodellen und am Beispiel von Minecraft versucht er herauszufinden, was wir mit unserem menschlichen Gehirn vom Universum erfassen können. Wir mit unseren fünf Sinnen sind in ein System eingebettet. Ein System, das immer weiterläuft. Wir können die Realität halt eben nicht mal anhalten und debuggen, und „dahinter“ schauen – denn würden wir das tun können, wie wollen wir das erfahren? Unsere Sinne sind Teil des Systems, also würden auch die angehalten werden, um „dahinter“ zu schauen. Doch sehen wir dann noch? Hören wir dann noch? Passiert dann etwas völlig anderes, als wir es bisher gewohnt sind? Eigentlich müsste es ja so sein, denn die Sinne sind ein Attribut, eine Manifestation, eine Schöpfung dieses Systems „Universum“, und um dahinter zu schauen, müssten wir sie aufgeben.

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31c3: Serenität – Anleitung zum Glücklichsein

Claude, 2. Januar 2015, 10:06 Uhr

Die radikalen philosophischen Texte von Elektra W. haben das Ziel – seien wir offen und direkt – einen Headcrash des Ich-Erlebens herbeizuführen, das sich im Laufe unserer Enkulturation und Erziehung im Vorderlappen des Großhirns breit gemacht hat.

‚Echtes Denken ist eine Sache, die das Gehirn selbständig per Autopilot erledigt.‘

Der Vortrag bringt Texte aus dem Buch ‚Serenität – Anleitung zum Glücklichsein‘ der Edition ‚Operation Mindcrash‘ zum Klingen. Elektra trägt die Texte vor, während Andi B. auf dem Keyboard dazu improvisiert. Durch die Kombination von Text und Musik kann man entspannt zuhören und sich dabei in eine heitere, gelassene Stimmung versetzen lassen.

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31c3

Claude, 2. Januar 2015, 10:01 Uhr

2014: Rückblick

Claude, 23. Dezember 2014, 17:48 Uhr

Logbucheintrag für das Jahr 2014

Ein Blick aufs Inhaltsverzeichnis.

Manipulation

Wenn man am Strassenrand steht und gratis Umarmungen verteilt – wisst ihr, wie viele Menschen sich wirklich umarmen lassen? Einer unter Hundert. Boycott Valentine’s Day. Rosen kaufen – aber nur, wenn überall Werbeplakate blinken. Darin sind sie gut, die heuchlerischen Gutmenschen. Haben wir es wirklich nötig, nach einem Schema zu leben, dass jemand vorgegeben hat? 10 Strategien zur Gesellschaftsmanipulation. Bildet euch euer eigenes Entscheidungsraster für Abstimmungen. Und dennoch: Demokratie ist die Tyrannei der Mehrheit.

Wie ist es, von den Medien informiert zu werden? Wie wirkt ein Werbeplakat? Die Macht der Medien über die Gemüter. Die Manipulativität der Menschen und die Angst vor dem eigenen Kopfkino.

Macht, Staatssicherheit und Geheimdienste

Staaten sind Machtkonstrukte und wollen ihre Macht mit allen Mitteln behalten. Wie sie das tun? Nicht über Wahlmanipulation, sondern über Wählermanipulation. Die Leute lassen sich SO einfach manipulieren, das ist lächerlich und erschreckend zugleich. Man formt einen Konsens, was Gut und Richtig ist. Wie sie das tun? Die Geheimdienste kontrollieren die Medien. Alles, was aus dem fabrizierten Schema fällt, ist automatisch Unrichtig und Doppelplusungut. Der betroffene beginnt an sich zu zweifeln. Man erschafft neue „Krankheiten“ wie „Aufsässigkeitstrotzstörung gegenüber Autoritäten“ und erwischt so auch die restlichen Menschen, die sich dagegen auflehnen. Es geht nicht um nationale Sicherheit, sondern um Staatsicherheit. Um Machterhalt. Wir sollen abhängig und auf [Staaten|Autoritäten|Konzerne] angewiesen sein. Das es anders nicht geht, liegt daran, dass man nicht daran denken kann, dass es anders gehen könnte, denn die Schule hat bloss autoritäre Gesellschaftsformen indoktriniert. Begriffe, die zu mehr Freiheit und Menschlichkeit und damit zu Machtverlust der Elite führen könnten, sind negativ belegt. Anarchie. Schwarzgeld. Geldwäsche. Mimimi. Wer nach Möglichkeiten sucht, bestehende Systeme zu verbessern und Unabhängigkeit von Konzernen zu erlangen, dessen Erfindung wird rot markiert und verzögert – oder verschwindet gleich gänzlich.

Die einzige Waffe, die ein Staat hat, seine Macht aufrechtzuerhalten, ist, indem er einzelne Individuen einschüchtert. Brief vom FBI an Martin Luther King. Und ein Klima der Angst fabriziert.

Dass die Mächtigen, die Abgeordneten, die Volksvertrampler nicht im Sinne des Volkes handeln, sollte spätestens jetzt klargeworden sein: Edward Snowden bewies den Abhörstaat, der Aufschrei erfolgte, und dann: Nachrichtendienst soll mehr Kompetenzen erhalten. Das ist nicht im Sinne des Volkes. Politische Lösungen könnt ihr vergessen, jetzt müssen technische Riegel vorgeschoben werden! Kryptografie ist Licht.

Warum ich die Steuern verweigere? Weil jeder mitschuldig ist, der das System akzeptiert und mitspielt. Das hat Gandhi gesagt. Wie das im Detail abläuft, kann man hier lesen: Der Marionettenstaat. Anders gefragt: Warum müssen wir uns immer bücken und warum sollen wir gefälligst nichts zu verbergen haben, die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich aber schon?

Wie unterbindet man, dass die ältere Generation die jüngere Generation auf diese Gefahren aufmerksam macht und davor warnt? Man entreisst den Eltern ihre Kinder und steckt sie in Schulen und Kinderkrippen. Kontakt von Erwachsenen zu Kindern soll mit allen Mitteln unterbunden werden.

Die Unterdrückung des Eros der Kinder führt im Endeffekt dazu, gewalttätige, innerlich leere Bürger heranszubilden, die ihren wahren Bedürfnissen entfremdet sind und die gerne bereit sind, verschiedene Arten von Feinden zu verfolgen und sogar zu töten. Eine Gesellschaft, die auf der Unterdrückung des Eros basiert, benötigt Feindbilder.

Die Liebe zu Kindern

Etwas ist mir dieses Jahr glasklar geworden: „Sexuelle Gewalttäter“ und „Pädophile“ sind nicht das gleiche. Da herrscht eine riesige Ungerechtigkeit, Hetz- und Hasskampagne, die die Gesellschaft infiziert. Und NIEMAND denkt darüber nach. Das wurde schon damals im Silkroad Forum diskutiert – was macht die Gesellschaft am meisten kaputt?

Ignoranz.

Diesselben Gutmenschen, die am Valentinstag Rosen kaufen, oder an die Glückskette spenden, diesselben politisch korrekten Genderfotzen und Gleichstellungsnazis sind die, die zu aktionistischer, physischer Gewalt gegen Pädophile aufrufen. Das ist Inquisition heute.

Jetzt mache ich investigativen Journalismus. Sexualdemokratie und die Ausgrenzung der Jungenliebhaber. Wie es ist, wenn man sich von Kindern erotisch angezogen fühlt, das steht in der Tabuzone. Und was ist schon „Normal“ und wer definiert das?

Hier wird auf einer Minderheit herumgetrampelt, und das völlig zu Unrecht. Und wisst ihr was? Ich setze mich für diese Minderheit ein. Ich setze mich für Kinderrechte ein und für die Gleichberechtigung der Generationen. Jetzt erst recht.

Kritisiert mich. Hasst mich. Aber denkt darüber nach, was zählt in dieser Angelegenheit.

Denk darüber nach, in welcher Welt du leben möchtest – und dann sei Teil davon, sie zu errichten.

–Edward Snowden

Subversives Handeln bedeutet verblüffendes, unkonventionelles Handeln. Man verlässt die üblichen Rollenmuster. Man verlässt die Position des Schwachen, des Weinenden, des Fordernden, des politische Anträge Stellenden, man verlässt die Position des Sich-Rechtfertigenden und geht offensiv zum Angriff auf die bestehende Ordnung über. Man übertritt bewusst Normen und ermuntert andere dazu. Oder man hindert die Obrigkeit an der Durchsetzung ihrer Normen. Oder man treibt die bestehenden Normen überzeichnet auf die Spitze und zeigt so immer mehr Menschen, wie falsch diese sind.

Ein neues Schulsystem

Die Forschungsarbeit über Pädophilie gipfelt in der Entdeckung eines brauchbaren Bildungssystems. So lange schon bin ich auf der Suche nach einem alternativen, besseren Schulsystems als diese staatlichen Demotivations- und Verdummungsanstalten. Ein Schulsystem, dass wie damals Indianerschulen um den Menschen zentriert ist. Ein Schulsystem ohne Lernzwang, Massenhaltung, Schülersortierung, 45-Minuten-Takt, Gedankensteuerung, Langeweile, Zensurenterror und Lehrerfrust. Ein Schulsystem, das so funktioniert, wie Hacker sich Wissen aneignen. Wo nämlich die ganze Schule ein einziger Hackerspace ist: Die Sudbury Valley School.

Wo jung neben alt lernt, und man Vertrauen ins Lernen und den inneren Lehrplan hat. Das Königreich der Kindheit.

***

Wozu sind sie da?
Diese Menschen, die Grenzen sprengen, ihr Potential entfalten, sich die Fragen stellen, zu denen die wenigsten bereit sind.
Die dahin wollen, wo zuvor noch niemand war.
Menschen, die sich nicht nur nach vorn und zurück bewegen.
Menschen, die Realität und Glauben in Frage stellen.

Denn ihre Liebe gehört der Wahrheit.

Der einzig Unschuldigen, die tief unter dem kilometerdicken Mantel aus Interessen einen Winterschlaf hält. Die so selten und schwach ist, dass sich die Kultur ihrer bemächtigte und die Wahrheit selbst zur Lüge wurde.

Vielfältig sind die Techniken, mit Hilfe derer man sich seit jeher bemüht, Erkenntnis zu gewinnen, eine Veränderung zu provozieren oder den Lustgwinn zu steigern. Doch die Zeit ist der wichtigste Faktor.

Die Verlangsamung der Zeit schafft Bewusstheit.

Dieses Werk ist allen neugierigen und wilden Geschöpfen dieser Welt gewidmet.

…sie ist tiefer als gedacht.

-Die Apokalyptischen Reiter

2014: Einblick, Entwicklerkommentare

Claude, 22. Dezember 2014, 18:27 Uhr

Willkommen zu Half-Life, Episode 2014. Wir sind die Entwickler und Leveldesigner, die das Jahr 2014 gestaltet haben und möchten euch erweiterte Informationen und einen Blick in die Hintergründe geben.

Diese rotierende Sprechblase ist ein Kommentarknoten. Wir haben an einigen Stellen im 2014 solche Kommentarknoten platziert. Sie erzählen Hintergrundinformationen und die Absichten der Entwickler, über das Leveldesign, den Spielablauf oder warum bestimmte Handlungen und Ereignisse im Spiel so platziert wurden, um den Spieler auf seinem Pfad zu leiten.

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2014: Einblick

Claude, 19. Dezember 2014, 23:15 Uhr

15:30 Uhr. Ich setze mich auf die Bettkante, um meine Schuhe zu binden. Ein verregneter Nachmittag. Obwohl ich Hunger habe, weiss ich nicht, was ich essen will. Ich habe keine Lust, um zu essen, das Hungergefühl soll einfach verschwinden. Einen Schuhbändel in der Hand, fange ich an zu überlegen. Die Tage sind grau geworden. Was ist dieses Jahr so alles passiert?

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1City1Song

Claude, 15. Dezember 2014, 14:06 Uhr

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Patente als System zur Verhinderung von Innovation

Claude, 11. Dezember 2014, 15:02 Uhr

„Patente fördern die Innovation“, hat ein Kumpel von mir behauptet. Das Gegenteil ist der Fall: Patente sind ein Kontrollsystem, um unliebsame Entwicklungen frühzeitig erkennen zu können und zu verhindern.

Das US-Patentamt hat ein geheimes System, um gezielt Patente aufzuhalten. Schon normale Patente brauchen in den USA im Durchschnitt knapp 30 Monate, um zugelassen zu werden. Bei Patenten, die Opfer dieses geheimen Systems werden, können ein paar Jahre hinzukommen.

Nehmen wir an, du bist Erfinder. Du hast ein Gerät erfunden, das Strom erzeugt, mit freier Energie. Oder ein Perpetuum Mobile. Oder ein UFO. Du meldest ein Patent an – und schon sind die Behörden darüber informiert. Natürlich sind den Konzernen, die an Strom oder Personentransport Geld verdienen, solche Geräte ein Dorn im Auge. Das Patent wird aufgekauft und verschwindet in der Schublade. Alter Käse.

Neuer Käse: Sensitive Application Warning System (SAWS) – ein Warnsystem für „heikle“ Erfindungen. Geheime Dokumente kamen ans Licht, die die Existenz eines Systems beschreiben, unliebsame Patente zu verzögern.

Ein kleiner Einblick in die Liste der unliebsamen Erfindungen:

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Altersmischung

Claude, 10. Dezember 2014, 17:24 Uhr

„Nach einer Weile merkt man die Altersunterschiede gar nicht mehr. Es handelt sich nicht um große und kleine Kinder, kleine Kinder und große Erwachsene. Wir sind alle eine große Gemeinschaft. Jeder ist eine Person, nicht eine Zahl von Jahren.“

-Regina Leeb, Absolventin Booroobin Sudbury Democratic Center of Learning, Australien

Die Altersmischung in einer Sudbury-Schule fördert auf natürliche Weise die Fähigkeit der Kinder, zu denken und Probleme zu lösen, und bietet eine breit gefächerte Informationsquelle.
Die Altersmischung ermöglicht den freien Fluss des Zusammenspiels zwischen Menschen, die sich an unterschiedlichen Punkten ihres Reifungsprozesses befinden. Schüler eignen sich beim Beobachten anderer Lebensmodelle zahlreiche Mechanismen des Modellbauens an, die sie zu ihrem Vorteil nutzen können. Neue Lernanreize und Lernmotivationen bieten die Möglichkeit, eine Menge sehr überraschender und unvorhersehbarer Schritte zu machen. Dabei profitieren Kinder und Jugendliche verschiedenen Alters gleichermaßen voneinander.
Schüler lernen durch Nachahmen, Lehren, Erklären, Zeigen und durch Beobachtung. Die Altersmischung entspricht der gesunden menschlichen Motivation, von jeder verfügbaren Quelle zu lernen.
In einer Bildungsumgebung, in der jeder selbst bestimmt, womit er seine Zeit verbringt, ist es förderlich, dass Menschen verschiedenen Alters aufeinandertreffen, weil das Interesse an bestimmten Themen nicht bei allen im gleichen Alter auftaucht.
Durch Altersmischung können zu alldem wesentliche soziale Erfahrungen durch das gemeinsame Leben aufgebaut und entwickelt werden.

  • Helfen und Hilfe bekommen (Kooperationsfähigkeit, Fürsorge)
  • Achtung und Rücksichtnahme vor dem Anderssein und Anderskönnen (Toleranzfähigkeit und Integration)
  • Voneinander lernen und miteinander lernen (Teamfähigkeit und Kommunikation)

Das Miteinander von jüngeren und älteren Schülern mit unterschiedlichen Entwicklungsständen, Fähigkeiten und Interessen schärft das Bewusstsein für die Individualität des Einzelnen, führt aber andererseits auf der Basis demokratischer Strukturen und des respektvollen Umgangs untereinander zu einer Stärkung des Gemeinschaftsgefühls.

Erfahrungsbericht „Altersmischung“

Als ich meinen Kochkurs gab, hatte ich Zwölfjährige und 18-Jährige und alles dazwischen. Kochen lässt problemlos alle Grenzen verschwinden. Jahre später, als ich moderne Geschichte unterrichtete, hatte ich den zehnjährigen Adrian, der dort zusammen mit Jungen und Mädchen von bis zu 17 Jahren saß. Das Prinzip ist immer dasselbe: Wenn jemand etwas tun will, tut er es. Was zählt, ist das Interesse. Wenn etwas auf einem Fortgeschrittenen-Niveau stattfindet, zählt Fertigkeit. Eine Menge kleiner Kinder sind in etlichen Dingen viel erfahrener als ältere.
Wenn die Fertigkeiten und das Lerntempo nicht bei allen gleich sind, ist das der Punkt, an dem der Spaß beginnt. Die Kinder helfen sich gegenseitig. Sie müssen es, andernfalls würde die Gruppe als Ganzes zurückfallen. Sie wollen es, weil sie nicht um Zensuren oder goldene Sterne [so etwas wie Fleißbienchen] konkurrieren. Sie mögen es, weil es unheimlich befriedigend ist, einem anderen zu helfen und darin erfolgreich zu sein. Und es ist ungemein angenehm, das mit anzusehen. Überall, wohin man in der Schule sieht, begegnet man Altersmischung.

Dann gibt es eine emotionale Seite daran. Es erfüllt für einen 16-Jährigen ein wirkliches Bedürfnis, Vater oder Bruder zu spielen, wenn er am späten Nachmittag auf einer Couch sitzt und in Ruhe einem sich ankuschelnden Sechsjährigen etwas vorliest. Und dem Sechsjährigen gibt es ein tiefes Gefühl von Behaglichkeit und Sicherheit in einer Welt, in der ihn die ganze Zeit sehr große Leute umgeben. Es ist ein Gefühl des Selbstwerts, das eine Zwölfjährige bekommt, wenn sie geduldig einem 16-jährigen Anfänger die Funktionsweise eines Computers erklärt.
Und es gibt eine soziale Seite … Die jüngeren Kinder dienen den älteren als Familien-Modelle – in der Rolle als junge Geschwister oder eigene Kinder. Als Sharon mit vier Jahren auf unsere Schule kam, hatte sie gerade ihre Eltern verloren. Sie war in ihrem ersten Jahr jedermanns „eigenes Kind“; ihr wurde vorgelesen, man spielte mit ihr, unterhielt sich mit ihr, knuddelte sie. Wenn frühere Schüler mit ihren Babys oder Kleinkindern der Schule für einen Tag einen Besuch abstatten, findet man Teenager oft stundenlang mit den Kleinen spielen.
Und es gibt eine Lern-Seite. Kinder lieben es, von anderen Kindern zu lernen. Das Kind als Lehrer ist an den Schwierigkeiten des Schülers meist näher dran als der Erwachsene, da es selbst vor nicht allzu langer Zeit die gleichen Schwierigkeiten hatte. Die Erklärungen sind gewöhnlich einfacher, besser. Es gibt weniger Druck, weniger Beurteilung. Und es gibt einen riesigen Anreiz, zügig und gut zu lernen: dem Mentor gegenüber aufzuholen.
Kinder lieben es auch, anderen etwas beizubringen. Es gibt ihnen das Gefühl eines Wertes, das Gefühl von Fähigkeit. Wichtiger noch: Wenn sie anderen etwas beibringen, hilft ihnen das dabei, mit dem Stoff besser umgehen zu können; sie müssen sich Klarheit darüber verschaffen, es richtig verstehen. Also schlagen sie sich mit dem Stoff herum, bis es in ihrem eigenen Kopf glasklar ist, so klar, dass ihre Schüler es verstehen.

Die „Geheimwaffe“ Altersmischung ist ein Knüller. Sie erhöht das Lern- und das Lehrvermögen an der Schule gewaltig. Sie erschafft eine menschliche Umgebung, die dynamisch ist und der Lebenswirklichkeit entspricht. Die Schule ist oft mit einem Dorf verglichen worden, in dem alle sich mischen, jeder lernt und lehrt und Vorbild ist und hilft und zankt – und seine Rolle im Leben spielt. Ich denke, das ist ein gutes Bild.
(Daniel Greenberg, Endlich frei! Seite 73 ff.)

Vertrauen ins Lernen

Claude, 10. Dezember 2014, 15:23 Uhr