So toll.
Schamanentrommeln
Ein wenig später ziehe ich weiter und vernehme aus der Ferne ein rhythmisches Trommeln. Was ist das?
Gewiss über hundert Leute laufen mit Schamanentrommeln wie eine Guggenmusik über die Wege und machen mal hier und mal dort halt. Ihr Gesang begleitet den Schlag. Der Leiter gibt den Ton und den Rhythmus an. „Jetzt leiser und sanfter.“ Er macht vor einem Stand mit Gongs halt, wo der Typ das Trommeln mit Gongklängen untermalt. Wie so oft am Boom ist auch das Treffen mit dem Gongmensch nicht geplant, das passiert und ergibt sich einfach. Es findet alles zur richtigen Zeit am richtigen Ort statt. Hören wir den Trommlern doch eine Weile zu:
Sonnenuntergang beim Jack-Felsen
Ich komme beim Felsen vorbei, wo ich mit Jack 2012 da lag, als unser erster LSD Trip startete. Dieser Felsen hat für mich seitdem eine spezielle Bedeutung. Der Jack-Felsen… Die Sonne neigt sich schon dem Horizont zu. Wah, was ist das? Der Felsen ist frei! Trotz der vielen Leute. YESS!
Ich habe einen Logenplatz für den kommenden Sonnenuntergang.
Hinter mir sitzen Leute und meditieren. Päärchen umarmen sich, Gruppen sitzen beieinander, um der Sonne zuzusehen. Hach, wenn jetzt Eneas hier wäre und neben mir sitzen würde! Vielleicht frage ich ihn morgen, ob wir zusammen dem Sonnenuntergang zuschauen wollen. Einfach friedlich nebeneinander sitzen und sich Gesellschaft leisten.
Ich habe das Flugzeug gerade noch erwischt, das da vorbeiflog…
Eine Szene wie aus Lion King.
Warme Luft windet vom See her, während ich auf dem warmen Felsen sitze und meine Füsse baumeln lasse.
Darf ich anmerken, dass die Sonnenuntergänge am Boom immer phantastisch sind? Von Feuerrot, oder mit leuchtenden Wolken. Und jedesmal, wenn die Sonne untergegangen ist, applaudiert der ganze Strand.
Die Sonne ist hinter dem Horizont untergetaucht. Tosender Applaus, pfeifen und jubeln. Ich begebe mich zurück durch die Healing Area. Die Luft ist noch warm. Grillen zirpen, Frösche quaken bei den Teichen. Zwei Mädchen vor mir sagen auf Französisch zu Mami: „Da schau!“. Der Tanztempel ist ruhig. Später beginnt dort ein Konzert, die Bum-Bum Musik startet erst um Mitternacht. Jetzt beginnt die Magie des Booms. Überall fängt es an zu leben, zu zwitschern und zu fiepen. Da eine Spielgruppe am Strand, dort Menschen auf dem Tuch. Von entfernt hört man das scharfe Zischen von sich aufblasenden Lachgasballons. Am Strand hat sich eine Menge um die L.S.D. -- die Living Statue DJs -- versammelt und tanzt ausgelassen. In der Healing-Area haben sich überall Grüppli gebildet und diskutieren angeregt. Egal wo man hinschlendert -- überall passiert irgendwas. Frieden und Leben breiten sich auf dem Gelände aus, während es langsam eindunkelt und die Nacht hereinbricht. Alles leuchtet in allen möglichen Farben. Gnomen, Elfen, Hexen und Kobolde. Farbige Scheinwerfer strahlen Bäume und Gebüsche an. Beamer strahlen Kunstobjekte an, weben Lichtmuster in den staubigen Boden. Mobile Kunstinstallationen fahren auf dem Gelände herum.
Zum Beispiel das fahrende Schlagzeug. Mit rotierenden Tinguely-Kugeln hinten und Flammenwerfern. In der Nacht spuckt es Feuer.
Nach dem Vortrag von David Nickles über „Shamanism 2.0“ setze ich mich mit ultrafeinen Spaghetti zu anderen Leuten beim Central Plaza an den Tisch. Ein Mexikaner, zwei von Australien, zwei aus Genf und eine Japanerin. Das passiert an allen Tischen so; Leute aus allen Ländern setzen sich zueinander und diskutieren angeregt über ihre Erfahrungen. Mit fortgeschrittener Festivalzeit verschwinden die Ländergrenzen immer mehr. Die Welt sitzt vereint an einem Tisch. We are one.
Später treffe ich auf Eneas. Er hat sich zu jemandem gesetzt, der Laser verkauft. Ivan, der Lasermensch, wie wir ihn später nennen. „Is this your friend?“ fragt Ivan Eneas. „Yes.“
Gute Nacht Boom.
Danke für diesen Tag.
Weiter: Boom 2016: Shamanism 2.0
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