Scratchbook

Das Leben ist immer anders als die Realität.

Mehr Zensur! Mehr Überwachung! Macht das Internet kaputt!!1!

Claude, 21. Februar 2014, 13:56 Uhr

Die Digitale Gesellschaft erhebt Beschwerde gegen Vorratsdatenspeicherung.

«Die Anbieterinnen sind verpflichtet, die für die Teilnehmeridentifikation notwendigen Daten sowie die Verkehrs- und Rechnungsdaten während sechs Monaten aufzubewahren.»

Ich bin eigentlich ganz froh, dass es sowas wie die Vorratsdatenspeicherung und Überwachung gibt, und die Leute darüber informiert werden. Denn: Je mehr das Internet kaputt geht, desto grösser ist die Chance, dass die Leute sich nach Alternativen wie zum Beispiel unserem verschlüsselten Netzwerk umsehen.

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What most schools don’t teach

Claude, 4. März 2013, 13:08 Uhr

Everybody in this country should learn how to program a computer…
because it teaches you how to think.
-Steve Jobs

Whether you try to make a lot of money, or you just want to change the world, computer programming is an incredibly empowering skill to learn.

Software is really about humanity, that it’s really about helping people, by using computer technology.

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Über die Freude, freie Software zu schreiben

Claude, 27. Januar 2013, 16:58 Uhr

Ich hätte nicht gedacht, was alles passieren wird, als ich im April 2012 ein paar Verbesserungen am Open Source Pastebin Stikked veröffentlicht habe.

Stikked ist ein Pastebin – eine Webanwendung, die es Benutzern ohne Anmeldung erlaubt, beliebige Textschnipsel zu veröffentlichen. Darüber habe ich berichtet.

Stikked sieht im Vergleich zu anderen Pastebins gut aus, hat ein paar nette Features wie “Paste replies” und basiert auf CodeIgniter. Das freut mich besonders, denn mit CodeIgniter habe ich schon ein paar Projekte gemacht.
Doch der ursprüngliche Autor hat das Projekt aufgegeben. Es ist wie ein Haus, dass langsam Risse bekommt. Da fallen ein paar Ziegel ab, die Haustür schliesst nicht mehr richtig – es bedarf einer Renovation. Alle stören sich daran, ein paar Patches fliegen in Foren umher, doch niemand kümmert sich darum, sie einzubauen und eine neue Version zu veröffentlichen. Ich glaube, da kann ich euch helfen.

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Gratis Internet über DNS

Claude, 18. Dezember 2012, 13:52 Uhr

Man sitzt im Starbucks oder im Zug, und das einzige Internet, dass es dort gibt, ist ein kostenpflichtiger Wifi Hotspot. Der macht das Internet erst auf, wenn man sich anmeldet und zahlt. Pfeiffendeckel! Hier eine Anleitung, wie man darüber surfen kann, ohne sich anzumelden und etwas dafür zu bezahlen.

Bei einem öffentlichen WLAN sind die DNS-Abfragen offen.

ilied
DNS-Abfragen!!1!

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Loadbalancer, die keine sind

Claude, 30. November 2012, 09:49 Uhr

Viele Web- und Proxyserver bringen eine Loadbalancerfunktion mit. Mit Session-Stickyness. “Hach wie praktisch”, könnte man denken. Leider funktioniert das nicht immer so wie es im Handbuch steht.

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Macht mehr Blogs!

Claude, 22. November 2012, 19:28 Uhr

Sascha Lobo über Blogs und den Stand des Internets 2012.

Nochmals über das Tagebuchschreiben

Claude, 5. Oktober 2012, 23:10 Uhr

Das hat eine schöne Lawine losgetreten, damals, als ich diesen Artikel über das Tagebuchschreiben im Spick las. Ein Feuer entzündet hat er in mir. Nachdem ich diese wunderbar illustrierten Beispieltagebücher gesehen hatte, wusste ich einfach: “Ey, sowas brauch ich auch.”

So habe ich ein, zwei analoge Tagebüchlein vollgeschrieben. Dann für ein paar Jahre die Motivation verloren.
Dann wieder angefangen.
Und wieder ist es versandet.

Als ich dann aber im 2. Lehrjahr ein Webtagebuch begonnen hatte, kam ich nicht mehr davon los. Es sollte das Forum ablösen, das uns damals als Diskussionsplattform diente. Beiträge sollten chronologisch angeordnet werden, nicht mehr nach «Threads» – so dass jeder jeden neuen Beitrag sieht. Mehr an eine Zeitung angelehnt, mit dem Charme einer Schülerzeitung, wo jeder mitmachen konnte; inspiriert vom Typographiekurs der vorherigen Schule, abgeschaut von der Stadtzeitung. Serifenlose Titel, Fliesstext mit Serifen, Autor, Ort und Datum sollen nicht fehlen. So sah der erste Entwurf vom Scratchbook aus:

Ich war damals schampar fasziniert davon, wie PHP-Schleifen HTML-Code dynamisch erzeugen konnten. Wow!
Das alles entstand auf meinem Lehrlingsrechner, gstlehrpoww – GruppenSTationLEHRlingePrOzesseWarenWirtschaft. Schon damals habe ich darüber nachgedacht, das verteilte Systeme (technisch oder gesellschaftlich) eine tolle Sache sind. Schon damals habe ich Texte stehlen für eine gute Sache befunden. Schon damals hatte ich Banner geschaltet: Boykottiert die Musikindustrie! Um Informatik, Freizeit und Meinung soll es sich drehen. Und mit diesen beiden Zeichen hat alles angefangen:

<?

So fängt PHP Code an. Und so fing auch meine Programmiererlaufbahn an. Ein antikes Stück Code. Aber jeder fängt mal an.
Ich wollte eine verteilte Wissensdatenbank für Lehrlinge erstellen; damit wir unsere Arbeitsbücher elektronisch pflegen und als PDF-Download ziehen können. Aber daraus wurde nichts. Es blieb beim Tagebuch.

Experimentell war das schon immer. Entwickelt wurde direkt auf dem Server; ich blendete eine «Achtung wackelig» Meldung ein; Google macht das ja auch so (aka Beta). Mein Mobiltelefon konnte plötzlich Fotos an eine E-Mail Adresse schicken; und Schwupps, hatte ich auch gleich eine Schnittstelle dafür gebaut; die Snapshots waren geboren. Diese und viel anderer technischer Schnickschnack zierten unser liebgewonnenes Kritzelbuch.
Irgendwann habe ich dann das ganze auf WordPress gezügelt. Die Inhalte wurden plötzlich wichtiger als die Technik. Das Experiment läuft weiter. Weniger technisch, mehr textlich. Die Fremdbeiträge und Kommentare nahmen ab. Ich mache weiter. Tagebuch zum mitlesen. Als psychologisches Dampfablass-Ventil. Und als Sendestation im grossen, weiten Internet, um Bewusstsein zu schaffen. Bewusstsein für Dinge, die manche nicht merken. Dinge, die untergehen. Dinge, die hinterfragt und herausgefordert werden wollen.
Natürlich eignet es sich auch prima als Archiv für Texte. Ein Sammelsurium von tollen Dingen aus dem Internet, aus der Welt. Oder Erlebnissen, die als Erinnerung aufbewahrt werden. So wie die Tagebuchserie über das Boom-Festival.

Die Menschen gehen ans Boom, und finden im Internet wieder zusammen. So bekam ich folgende wunderbare Rückmeldung; und jetzt, wo ich die Boom-Tagebucheinträge und den Spick-Artikel übers Tagebuchschreiben nebeneinander lege, wird mir klar: Ich habe ein Tagebuch.

It had all components I find great in a diary and it kept me in excited reading it until the end. People don’t do this often, they just share photos in facebook and that’s that! Most wont bother, unless they have sheer pleasure in writing. Doing it means self-development, it is some sort of labor work, like making a dream diary (I do one, but written by hand!). World consumption culture is aligned with writing and yet it is not as well. A great percentage of livejournals were superseded by facebook.

Facebook, du scheisst mich an.

Nein – diese fuckingidiotengopferdammiarschlochhurensohnfacebook-Scheisse vernichtet Tagebücher!! Sie lässt die Leute nicht mehr über sich selbst nachdenken und beschäftigt sie mit sinnlosem Genichtsnutz. Wenn man sie fragt, was sie eigentlich so tun die ganze Zeit – “hmm, eigentlich nichts. Gefällt mir.”
Kein Tagebuch schreiben. Lieber schnell huschhusch ein Foto in dieses Fickbuch hochladen, teilen mit allen, gefällt mir, bumm ist die Luft duss. Wo bleibt der Tiefgang?

In der Welt da draussen. Wo es nur nach Quartalsabschlüssen tönt. Da frage ich mich oft, was das, was ich tue, für einen Wert hat. Jetzt habe ich eine Rückmeldung von einem Stranger erhalten. Tagebuchschreiben hat etwas mit Persönlichkeitsentwicklung zu tun.

These diaries are an attempt to map the unchartered regions that experience has given rise to in one’s life in transformative moments, describing the atmosphere and the setting, as well as the interactive details around one’s perceptions when such ‘initiations’ and profound insights are taking place. These moments when the “peeling” of the ‘sensory deprivation layers’ of current reality occurs, unblock the wall of “LIFE” that had been formerly restricted. I know this makes sense to you because we see the world in similar ways. Beautiful.

Jetzt geht mir ein Licht auf. Tagebücher sind ganz individuelle, emotionale Artefakte des Menschen. Und ich tue das für mich. Für mich – allein. Ob das die Welt verändert, weiss ich nicht. Ich mach einfach mal. Mal schauen, was dann explodiert.
Es gibt hier keine Werbung. Und keine Google Analytics und so Gugus. Sondern Netzkultur. Erlebnisse. Experimente. Tiefgang. Aufmüpfig losrasseln und Rebellentum.

Ich wünschte mir mehr davon.

Mehr davon im Netz!

Schreibt eure eigenen Tagebücher.

Bitte.

Wer kein Facebook Profil hat, macht sich verdächtig

Claude, 25. Juli 2012, 08:27 Uhr

serious
Forscher glauben, dass Online-Abstinenz auf Störungen hindeuten kann. In US-Personalabteilungen wird man sogar misstrauisch, wenn Jobbewerber in Sozialen Netzwerken nichts von sich preisgeben wollen.

Glaubt man Richard E. Bélanger und seinen Kollegen, könnte dieses Verhalten sogar auf eine ernsthafte Krankheit hinweisen. In einer Studie aus dem vergangenen Jahr haben die Psychologen herausgefunden, dass junge Menschen, die sich mit ihren Online-Aktivitäten sehr zurückhalten oder das Netz gar nicht nutzen, ähnlich häufig zu Depressionen und anderen psychischen Leiden neigen wie jene, die das Netz exzessiv nutzen. Bei Jugendlichen, die regelmäßig, maximal zwei Stunden täglich, online gehen, sei dies nicht der Fall.

Wecken Jugendliche, die keinen Facebook-Account besitzen, also Misstrauen? Bei einigen Personalabteilungen in den USA bestimmt, wurden dort doch zuletzt Fälle bekannt, in denen Chefs von ihren Bewerbern die Zugangsdaten für ihr Profil verlangten. Wer kein Profil besitzt, für den gibt es auch kein Jobangebot, weil er etwas zu verbergen hat. So weit geht es hierzulande noch nicht. Aber auch in Deutschland erkundigen sich „70 bis 80 Prozent der Personaler nach den Bewerbern im Netz“, sagt der Hannoveraner Psychologe Christoph Möller.

(Quelle)

deskflip

My Little Pony

Claude, 3. Mai 2012, 19:37 Uhr

*glitzer* *wirbel* *wieher* –> Intro

Twilight Sparkle hat von Prinzessin Celestia den Auftrag, in Equestria die Freundschaft zu studieren. Äußerliche Erkennungsmerkmale sind ihr lila Fell, ihre blaue Mähne mit pinken und violetten Strähnen und ihr magisches Horn auf der Stirn.

Was für ein sympathischer Haufen Ponies! Jedes mit seiner Charaktereigenschaft und seinem («cutie mark»); ein Symbol, welches oberhalb des Hüftgelenks erscheint, sobald das Pony seine individuelle Gabe in sich entdeckt hat.

Das Ding ganz oben ist Rainbow Dash. Sie ist ein Pegasus-Pony und hat die Aufgabe, den Himmel von Wolken freizuhalten, sofern dies erwünscht ist. Dabei probiert sie immer wieder neue Flugmanöver aus, denn sie möchte einmal der berühmten Fliegertruppe „Wonderbolts“ beitreten. Von den sechs Elementen der Harmonie verkörpert sie die Treue.

Oder das schüüche Fluttershy:

Sie ist bekannt für ihre Schüchternheit und Tierliebe. Sie kümmert sich um die Tiere in Ponyville, vor allem um ihr Häschen Angel. Ihr Element der Harmonie ist die Freundlichkeit.

Aja. Die Elemente der Harmonie:

Die Elemente der Harmonie sind magische Artefakte; von denen Twilight Sparkle und ihre Freunde je eines repräsentieren. Die Elemente der Harmonie sind Ehrlichkeit, Lachen, Treue, Freundlichkeit und Grosszügigkeit. Das sechste Element, das der Magie, wird aktiviert, wenn alle anderen zusammenkommen. Sprich, wenn wir alle Ponies versammelt haben, dann kommt die Magie zum Vorschein: Die Freundschaft.

Wikipedia: My Little Pony: Freundschaft ist Magie

Das Zielpublikum der Serie sind junge Mädchen. Die meisten Fans sind Männer über 20. :) Oops.

Es geht um Persönlichkeitsentwicklung. Die eigene Gabe erkennen. Es geht um Individualität. Es geht um Vielfalt. Es geht um Freundschaft. Es geht um Magie.
Was für ein Zauber!

Die Uralt-Serie “My little Pony” ist ein Stück Internet-Kultur. Und wie so viel Internet-Kultur begann alles bei 4chan, einer anarchischen Webseite, wo jeder Bilder posten kann, anonym und unkontrolliert. Irgendwann tauchten die pastellfarbenen Ponys auf, wurden kommentiert, montiert und mutierten zu Ikonen der Netzkultur:

“Dadurch, dass sie Freundschaft schließen und zusammen denken können, lösen sie ihre Probleme. Und das ist es, was eigentlich das Netz auch ausmacht. Verschiedenste Charaktere denken zusammen über Probleme nach und lösen sie. Und das ist eigentlich das gleiche – nur abgebildet auf Ponys.”

Sympathisch. Ich konnte mich sowieso noch nie mit den Erwachsenen anfreunden.

Darauf gestossen bin ich über diesen Chaosradio Podcast über Freundschaft, Ponies und Cumberbitches.

Und zum Schluss noch dies…

“My Little Pony” ist eine bald 30 Jahre alte Zeichentrickserie über die Freundschaften einer Handvoll Ponys. Bei den Piraten im Berliner Landtag hat sie es in die Geschäftsordnung geschafft: Jeder Pirat kann, etwa in einer hitzigen Diskussion, beantragen, eine Folge der Kinderserie zu schauen, um die Gemüter zu beruhigen.

Ein Beamer projiziert das YouTube-Video an die Wand. 15 Berliner Landtagsabgeordnete unterbrechen ihre Fraktionssitzung, um sich eine Kinder-Fernsehsendung anzuschauen – 20 Minuten lang. (Quelle)

Euer Internet ist nur geborgt!

Claude, 17. April 2012, 17:06 Uhr

Wer Facebook, Twitter oder andere soziale Netzwerke nutzt, ist im Netz nicht wirklich frei. All diese Dienste können von den Betreibern jederzeit verändert, verkauft, zensiert, geschlossen werden. Wer wirklich frei im Internet veröffentlichen will, braucht eine eigene Website.

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