Scratchbook

Das Leben ist immer anders als die Realität.

Ein Upgrade für das Nachrichtendienstgesetz

Daniel, 24. September 2016, 19:46 Uhr

Was für eine schöne Propaganda!

Obs wohl wieder ein 50.1 zu 49.9 gibt?

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Der Unterdrückungsapparat rüstet auf

Claude, 18. September 2016, 21:34 Uhr

Wenn der Staat mit all seinen Machtinstrumenten einmal so korrupt und bürgerfeindlich wird – welche Chance haben wir dann noch, uns zu wehren? Wenn die Überwachung so all-durchdringend ist?

Richtig, gar keine mehr. Wer alles über seinen Gegner weiss, hat gewonnen. Der Staat sichert sich ab und rüstet gegen seine Gegner auf – die eigenen Bürger.

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Boom 2016: Einsichten

Claude, 28. August 2016, 17:56 Uhr

„Ich sah dich von entfernt. ‚The Battery-Man‘. Wir dachten schon, du hättest dein Ladegerät vergessen!“ „Nein, nein. Das vergesse ich nicht! Batterien und Strom sind eine rare Ressource hier am Festival. Ich konnte mittlerweile bereits 4 weitere Akkus laden. Nochmals vielen vielen Dank!“ Ich überlege mir, wie ich mich bei den Leuten aus der Eco-Village, die mir den Ladeplatz zur Verfügung gestellt haben, bedanken kann.
Sie verkaufen T-Shirts. Perfekt!

„So eins hätt ich gern… Grösse L.“ „Au fein.“ „Aber was heisst das, was darauf geschrieben steht? Um was geht es da?“ Auf dem T-Shirt ist ein Konstrukt, eine Maschine abgebildet, und oben steht ein Satz auf Portugiesisch geschrieben.

„Das Mädchen treibt das Wasserrad an, das Wasser gibt der Natur Kraft und treibt die Kraft der Veränderung, und diese wiederum treibt das Grammaphon an, welches eine Nachricht für dich hat: „Alles ist da, man muss es nur machen.“

Wunderschön!

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Ausblick auf die Zukunft: Kontrolle

Claude, 31. Juli 2016, 22:37 Uhr

Originaltext aus „Chronik der Menschheit„, Bodo Harenberg, aus dem Jahre 1984

Eine historische Erfahrung lehrt, daß Menschen in Krisenzeiten nach einer »starken Führung« verlangen. Und es ist ebenso erwie­sen, daß diejenigen, die in solchen Situationen zur Macht kommen, diese Möglichkeiten so gut wie nie zum Nutzen der Gemeinschaft verwenden, sondern zur Erhaltung und dem Ausbau der eigenen überragenden Stellung.
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Clowns

Claude, 26. Juli 2016, 08:11 Uhr

Im Alltäglichen ist der Clown derjenige, der stets dabei scheitert, alles „richtig“ zu machen und es dennoch immer wieder versucht. Der Clown ist verletzlich, unschuldig und offen für alles was geschieht. Mit Chaos und Kreativität fordert er in festgefahrenen Situationen die kontrollierte Persönlichkeit in uns heraus. Er ist der Spontane und Offene, der keine Pläne hat und alles genießt, was ihm auf seinem Weg begegnet. Emotionales Körpertheater, Authentizität und Spielfreude stehen im Mittelpunkt. Spielmaterial ist alles, was der Körper zu bieten hat: die Sinne, die Atmung, die Glieder, die Stimme, die Gefühle etc. Das Interessante besteht darin, diese Komponenten einzeln zu betrachten und in ungewohnter Art neu zusammenzusetzen. Mit den Augen eines Clowns gesehen, verändert sich die Wahrnehmung der Wirklichkeit. Mit seiner Komik, Körperlichkeit und Emotionalität kann er im Alltag mit tragikomischen Situationen spielen und humorvoll mit Krisen umgehen.

„Aber wir leben doch in einer Demokratie…“

Claude, 25. Juni 2016, 22:10 Uhr

…haben sie gesagt.

„Da kann jeder mitbestimmen und mitentscheiden“, haben sie gesagt.

Wenn du etwas ändern willst, kannst du eine Initiative starten. Wenn du mit einem Beschluss nicht einverstanden bist, kannst du ein Referendum ergreifen. Sammle 100’000 Unterschriften für eine Initiative, und 50’000 Unterschriften für ein Referendum. Das ist ganz einfach“, haben sie gesagt.

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Doppelmoral

Claude, 17. Juni 2016, 23:04 Uhr

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Keine Angst, wir haben den Täter!

Daniel, 3. Juni 2016, 15:32 Uhr

How Technology Hijacks People’s Minds

Claude, 29. Mai 2016, 20:23 Uhr

 from a Magician and Google’s Design Ethicist, original source
Estimated reading time: 12 minutes.

I’m an expert on how technology hijacks our psychological vulnerabilities. That’s why I spent the last three years as a Design Ethicist at Google caring about how to design things in a way that defends a billion people’s minds from getting hijacked.

When using technology, we often focus optimistically on all the things it does for us. But I want to show you where it might do the opposite.

Where does technology exploit our minds’ weaknesses?

I learned to think this way when I was a magician. Magicians start by looking for blind spots, edges, vulnerabilities and limits of people’s perception, so they can influence what people do without them even realizing it. Once you know how to push people’s buttons, you can play them like a piano.

And this is exactly what product designers do to your mind. They play your psychological vulnerabilities (consciously and unconsciously) against you in the race to grab your attention.

I want to show you how they do it.

Hijack #1: If You Control the Menu, You Control the Choices

Western Culture is built around ideals of individual choice and freedom. Millions of us fiercely defend our right to make “free” choices, while we ignore how those choices are manipulated upstream by menus we didn’t choose in the first place.

This is exactly what magicians do. They give people the illusion of free choice while architecting the menu so that they win, no matter what you choose. I can’t emphasize enough how deep this insight is.

When people are given a menu of choices, they rarely ask:

  • „what’s not on the menu?“
  • „why am I being given these options and not others?“
  • „do I know the menu provider’s goals?“
  • „is this menu empowering for my original need, or are the choices actually a distraction?“ (e.g. an overwhelmingly array of toothpastes)

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Die Welt im Jahre 2016

Claude, 19. Mai 2016, 11:20 Uhr

Vor einem Jahr: Die Welt im Jahre 2015

„Weisst du noch, damals, im 2016…“ beginne ich am Lagerfeuer unserer Kommune zu erzählen. „Die hatten damals alles unterjocht. Überwachung, wo man nur hinsah; und die haben die Leute sogar so weit gebracht, dass sie glaubten, dies sei zu ihrer Sicherheit notwendig! Dass sie sich selber überwachen lassen und ja ’nichts zu verbergen‘ haben. Kann man sich gar nicht ausdenken heute!“

„Ja genau!“ erwiedert mein Kumpel. „Die Leute damals hatten gar kein Bewusstsein für Datenhoheit. Wenn du denen mit einem dezentralen Konzept gekommen bist, haben sie’s gar nicht erst verstanden, oder sogar den Trugschluss gehegt, ‚Zentralisierung‘ sei doch einfacher.“ „So ein Bullshit!“ 😀 lachen wir. „Das waren wirklich ziemliche Dubelis, und sie wurden so dumm gehalten. Manchmal hab ich echt geglaubt, wir schaffen es nicht mehr, sie aus diesem Sumpf zu befreien. Die haben ihren Sklavenstatus sogar verteidigt.“ „Gut aber, sie sahen auch keine Alternativen. Man hat ihnen ständig eingetrichtert, so wie es momentan ist, sei es halt so und das ändert sich auch nicht. Der Zustand sei ‚Alternativlos‘.“ „Furchtbar. Frage mich, wie die das hingekriegt haben, restlos alle so unten und klein zu halten.“ „Technologie macht’s möglich. Das ist ein zweischneidiges Schwert, du kannst Technologie zum Guten wie auch zum Schlechten verwenden. Ist doch mit allem so. Wussten auch die, die damals an der Macht waren. Deshalb haben sie sich auch so davor gefürchtet, dass irgendeinisch die Beherrschten Technologie gegen ihre Herrscher wenden könnten. Darum hat man ständig, dauerhaft, tagtäglich permanent überwacht, gemüllt, geängstigt, geterroranschlägt, desinformiert, komplett durchs Band und an allen Stellen. Da war ja diese Bewegung der Feministen, erinnerst du dich?“ „Stimmt! Die haben sämtliche Schulen und Unis unterwandert und unter dem Deckmantel der Gleichstellung eine radikal gefährliche, menschenfeindliche Zensurbewegung geschaffen. Texte wurden verwässert und sinnentleert, ganze Wörter wie „Neger“ und „Mann“ aus Kindergeschichtsbüchern gestrichen. Es ging nur noch um die Form, nicht mehr um den eigentlichen Inhalt. In den Schulen wurde nicht wirklich Wissen gelehrt, sondern strunzdummer Bullshit. Extra-komplexe Sachen, die so kompliziert aussahen, dass sie selbst die intelligenten Geister glauben liessen, es stecke was Schlaues dahinter. Stichwort: Java, weisst du noch? Und weil alle in den gleichen Topf reinspritzten, hat sich niemand überlegt, ob es denn wirklich so war und nicht auch anders sein könnte.“ „Ganz allgemein waren Schulen Erziehungshäuser, die die Leute auf die Industriearbeit vorbereiten und formen sollten. Das hat man gleichzeitig auch genutzt, um sie zu formen und deren Denken in eine gewünschte Richtung zu lenken. Konsens zu schaffen.“

„Und das hat funktioniert? Die haben das denen voll abgekauft?“ „Die konnten die Menschen damals sogar jährlich berauben und von dem gestohlenen Geld wiederum Leute anstellen, die andere Menschen verfolgen.“ „Waaas??!“ „Ja. Und die haben es sogar so hingekommen, dass die Leute geglaubt haben, dieses System sei für das gemeinsame Zusammenleben notwendig, und anders könnte es ja gar nicht funktionieren. Wenn man die Leute nicht jährlich bestehlen würde, wer würde dann den Abfall entsorgen oder die Strassen bauen?“ „Echt jetzt? Auf solche kleinen Tricks sind die reingefallen?“ „Jaja. Aber die grossen Firmen hat man nicht beraubt, die, die wirklich vieles hätten finanzieren können. Immer nur auf die Kleinen und Schwachen. Das war ein sehr mafiöses System.“

„Tja, und dann hatten die Herrscher natürlich alle Medienhäuser im Griff und konnten alles unterdrücken, was ihnen gegen den Strich ging. Eigentlich ist es ein einfaches Prinzip, aber es wurde ein Riesenaufwand betrieben, und das an so vielen Stellen, nur um diese Scheinwelt der Unterdrückung am Leben zu erhalten. Weil eben alles überall manipuliert ist, fiel es niemandem auf. Da war kein ‚Glitch‘ in der Matrix.“ „Das fand ich das besonders Schlimme daran, dass sie so unsichtbar ist. Dass die Menschen überhaupt nicht merkten, dass das alles künstlich ist und dass sie derb gefangen sind. Sie wurden nur amigs depressiv und wussten nicht, warum.“ „Ja kein Wunder, bei diesen menschenunwürdigen Umständen.“ „Mhm.“

„Wie war das eigentlich mit dem Handel?“, springt ein Kind in die Diskussion ein. „Der war übelst reguliert. Du konntest fast nichts Handeln, wenn es denen nicht passte. Reglemente über Waren, Zölle, Normen. Der Handel fand mit dem Zahlungsmittel der Herrschenden statt und die wollten alles wissen, wer mit wem wieviel und was handelte. Jede Transaktion. Da gab es diese Einkaufszentren, so grosse Ballungszentren des Konsums, wo die Leute dann ihre Waren abholen konnten und mit so einem Plastikkärtchen gezahlt haben. Jeder Einkauf wurde genau aufgezeichnet. Und die haben die Menschen, die das produziert haben, nicht mal gekannt.“ „WAAS?“ „Nein. Dieses Einkaufszentrum sprang als Mittler dazwischen und hat die menschliche Transaktion abgelöst. Das direkte Geben und Empfangen, der echte und natürliche Handel unter Menschen, wo man den Produzenten persönlich kennt, das hat eigentlich sehr selten stattgefunden. Damals haben Konzerne die Waren produziert, Leute waren da angestellt, doch ein Gesicht hatten diese Konzerne keines. Und wenn mal was schiefging, haben sie sich alle gedrückt und es wollte niemand dafür verantwortlich sein. Die haben auch so viel weggeworfen. Alles musste immer frisch sein. Und die Produktqualität war absichtlich schlecht, so dass das Zeug kaputtging und man wieder neues kaufen musste. So wurden alle künstlich immer im Mangel gehalten.“

„Gab es Bibliotheken?“ „Klar. Aber für Untertanen bloss die Staatsbibliotheken mit zugelassenen Büchern. Selten echtes Wissen. Der Vatikanstaat hatte damals alle Bücher und das Wissen für sich gehortet, hermetisch abgeriegelt und bewacht. Zu diesem Archiv hatte niemand Zugang.“

„Gut, hin und wieder liess man die Leute zusammenkommen. Meist aber in organisierten Grossveranstaltungen, und meistens ging es darum, dass Menschen gegeneinander antreten und aufeinander losgehen. Oder es wurde ‚etwas geboten‘, eine Darbietung, Show. Nach der Präsentation gingen alle wieder nach Hause. Festivals, wo man im kleinen Rahmen und für eine Woche so zusammenleben konnte wie jetzt waren rar, aber die gab es zum Glück auch.“