Scratchbook

Das Leben ist immer anders als die Realität.

Den Moment wahrnehmen

Claude, 17. Mai 2015, 22:59 Uhr

Gedanken in einer Nacht während des Seminars für Bewusstseinsreisen. Die Bettdecke ist kuschelig warm. Ob das die letzte Nacht in meinem vertrauten Bett sein wird? Existiert das Konzept “Bett” und “Kissen” in einer anderen Galaxie? Es kann nämlich gut sein, dass man auf einer Bewusstseinsreise das Leben einer anderen Person durchlebt. In Echtzeit. Oder ein vergangenes Leben. Oder vielleicht sogar ein zukünftiges? Oder man reist zu fremden Sternsystemen und trifft auf andere intergalaktische Kulturen. Dabei wird das Leben hier “pausiert”, und man nimmt alles mit; die Emotionen, hören, sehen, Zeitempfinden. Man lässt alles hinter sich und wird $dort geboren. Nach dem Tod wacht man wieder hier auf.

Wenn dem so ist – dann ist all das, was man hier auf der Erde in dieser Zeit so tun kann von grossem Wert. Denn – es könnte bereits morgen nicht mehr möglich sein. Zum Beispiel? Grosse Boxen aufstellen, dem satten Klang der Musik lauschen und sich vom Bass massieren lassen. Grosse Boxen und elektronische Musik gibt es im Mittelalter nämlich nicht. Und LSD ist erst zur Zeit der Atombombe entdeckt worden. Mit Freunden um ein Lagerfeuer sitzen. Im Zelt liegen und Nachts dem Grillenzirpen lauschen, oder den Regentropfen, die auf die Zeltwand tröpfeln. Gibt es Zelte auf anderen Sternensystemen? Oder in der Zukunft? Vielleicht werden Lagerfeuer in tausend Jahren verboten sein, oder es gibt kein Holz mehr? Allgemein Freunde. Sie verändern sich. Interessen wandeln sich. Oder es geschehen Dinge, wo man plötzlich jemanden zum letzten mal in dieser Erscheinungsform gesehen hat.

Als Kind habe ich andere Dinge getan, als ich jetzt tue. Später werde ich andere Dinge tun, als ich jetzt tue. Als Mensch habe ich Hände, um zu tasten, zu erschaffen; Augen, um zu sehen; Ohren, um zu hören. Und spezielle Gaben für dieses jetzige Leben. Als Wesen aus einer anderen Galaxie habe ich diese Möglichkeiten vielleicht nicht. Ein Blinder sieht nichts. Ein Rollstuhlfahrer ist gebunden. Gefängnisinsassen tanzen nicht blutt bei einem Gewitter im Schlamm.

Viele Dinge sind noch analog, vieles noch unerforscht. Telepathie, Teleportation? Nein. Das Gefühl, auf dieser Kugel zu reisen, andere Orte besuchen – mit einem Vehikel. Und der Vorgang dauert eine Weile. Wo ist der Sinn der Reise, wenn wir die ganze Welt mit Portalen erschlossen hätten? Einmalig auf der Erde und zu dieser Zeit. Beschränkungen haben durchaus ihren Reiz.

Alle nehmen die Dinge so gegeben hin, wie sie sind. Dabei sind sie eigentlich einmalig. Wie war das Leben gestern? Wie ist es heute? Wie wird es morgen sein?

Früher hat man anderen Menschen von Ereignissen erzählt. Heute schiesse ich ein Bild von einer Szenerie und speichere sie in einem Gerät namens Fotoapparat. Ich muss mich um Dinge wie Belichtungszeit, Fokus und ISO-Werte kümmern. Übermorgen begleiten Nanobots eine Szene, zeichnen alle Ereignisse in Ultra-Zettayotta-HD-999k auf und bilden dann ein 3D-Modell nach, das man in einem Holodeck aus allen möglichen Winkeln nochmals begehen kann. Ich stelle mir grad vor, wie aus einer Woche Boom-Festival eine immer-wieder-begehbare und immer-wieder-was-neues-entdecken Holodeck-Simulation wird.

Wie war das Leben gestern? Wie ist es heute? Wie wird es morgen sein? Erzählen wir später anderen Zivilisationen und Sternenkolonien davon!

Glücksspiele

Claude, 23. April 2015, 09:36 Uhr

Ich habe Lotto gespielt. Einfach nur, damit ich das auch einmal in meinem Leben gemacht habe. Sollte ein Lottogewinn in meinem Leben als Erfahrung vorgesehen sein, so gab ich ihr nun den Raum, sich zu manifestieren.

Doch das war nicht vorgesehen. :)

Stattdessen kommen mir ein paar interessante Gedanken. Warum heissen diese Spiele “Glücksspiele”? Eigentlich müssten sie “Pechspiele” oder “Verliererspiele” heissen. Millionen von Menschen spielen mit, und alle verlieren. Bis auf eine Ausnahme. Ist das Neusprech wirklich so mächtig, dass es so viele Menschen in den Bann zieht, sie wären alle Gewinner? Wäre dem so, und wären Verlierer die sehr seltene Ausnahme, dann wäre “Glücksspiel” die richtige Bezeichnung. Dabei ist es doch genau umgekehrt!

Jedenfalls hat sich jetzt die Wahrscheinlichkeit erhöht, das der Blitz in mich einschlägt. Ich habe sogar nur zwei Felder ausgefüllt auf dem Lottoschein statt der 14 möglichen. Somit sinkt die Wahrscheinlichkeit auf einen Lottogewinn. Im Umkehrschluss bedeutet das: Die Wahrscheinlichkeit des Blitzeinschlags ist nun noch höher! :D

Startups: Let’s Talk About Depression

Claude, 6. März 2015, 11:33 Uhr

We’re interested in using Product Hunt as a megaphone to discuss the issues we care about and can address. Mental health is one of them.

Anxiety. Depression. Burnout.

We don’t really talk about it. Many people go through it, but most people suffer alone.

We want to kickstart a conversation in tech around stress and mental health, and to create a space where it’s okay for people to feel depressed and to talk about it. These feelings aren’t just okay, they’re human.

Startups can be particularly lonely because there’s a huge cognitive dissonance — everyone has to pretend they’re always killing it — to fuel the hype machine for investors, customers, and press. However, most of the time—given the failure rate of startups—most people’s businesses are dying, slowly and painfully. It’s not founders’ faults — this dissonance is built in the game. We’re trying to will something to existence. “Fake it until we make it” is almost part of the job description.

Which sparks a negative cycle: we pretend to be killing it all the time, so we don’t talk about how we’re struggling. Because we don’t talk about how we’re struggling, we don’t know that other people are struggling, too. Because we don’t know others are struggling, we feel alone and weak. One thing leads to another, and then one day we can’t get out of bed and we don’t know why.

People close to me have struggled with depression, and I’ve seen how it can plague — and end — the most promising of lives. While I’ve been fortunate not to suffer in that way, I’ve struggled with various forms of burnout. It wasn’t until I learned that people I admired also struggled with these feelings that I learned to be okay with it. Sharing and listening to my peers helped. Everyone sees the accomplishments but they don’t see the hardships. Having a community to share the lows with can keep you sane and even save your life.

At a tech conference a few months ago, I asked a crowd of a few hundred people if they had experienced some sort of serious burnout. Nearly everyone’s hands went up. Then I asked if these people had ever seen a therapist. No hands went up. One shy person raised their hand and said “I used to, but not anymore” a bit too declaratively.

Why aren’t we seeking help when we need it? Why do we shy away from talking about stress until it becomes serious? Why do we stigmatize therapy, depression, or even just checking in with each other?

https://medium.com/@eriktorenberg_/startup-founders-let-s-talk-about-depression-3e665dbd747d

Boom Festival 2014 – When Animus Met Anima

Claude, 6. Februar 2015, 23:12 Uhr

Im Beitrag Boom 2014: The Deep Dynamics Behind Falling in Love habe ich über diesen Vortrag berichtet. Jetzt ist das offizielle Video erschienen:

Post post-privacy

Claude, 1. Februar 2015, 17:38 Uhr

Oder: Warum ich die Spackeria für einen Holzweg halte
Raubmordkopiert aus der Datenschleuder

Irgendwann, vor vielen Jahren, saß ich in einer Vollmondnacht mit meinem Geliebten bei einer Tüte Heilkräuter, und er sagte: „Hach”, und: „Wäre es nicht schön, wenn wir in einer Gesellschaft leben könnten, in der niemand mehr Geheimnisse zu haben bräuchte, in der sich niemand mehr seiner Vorlieben schämen, sich für sie rechtfertigen oder sie verteidigen müßte? Ich will so frei, so stark sein, mit erhobenem Kopf in der Öffentlichkeit zu stehen und zu sagen, daß ich schwul bin, daß ich Drogen konsumiere, daß ich Geliebte neben meiner Ehefrau habe, daß ich mich gerne im Bett fesseln lasse, daß ich mir für Geld einen habe blasen lassen, daß ich gestern so viel gesoffen habe, daß ich einen Blackout hatte… Ich möchte in einer Welt leben, in der niemand mehr aus Angst vor Ausgrenzung und Diskriminierung solche Geheimnisse haben muß.“

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Citizenfour

Claude, 26. Januar 2015, 14:00 Uhr

Film in voller Länge herunterladen: http://cryptome.org/Citizenfour.7z

31c3: Mit Kunst die Gesellschaft hacken

Claude, 19. Januar 2015, 18:22 Uhr

Wie kann Kunst die Gesellschaft hacken?
Wie trifft man immer wieder den empfindlichen Nerv?
Wie transportiert man am helllichten Tag eine ganze Gedenkstätte ab, die nur 15 Meter vom Bundestag entfernt steht?
Warum kann Theater so schlagkräftig Politik machen?
Und: Was ist eigentlich Politische Schönheit?

Stefan Pelzer und Philipp Ruch über Oktoberfestgedenken der Amnesty International, und wie man den Kampf für Menschenrechte wirkungsvoll anpacken kann. Wie steht es um die Verteidigung der Menschlichkeit? Wie evakuiert man eine Gedenkstätte aus dem Hochsicherheitsbereich des Regierungsviertels?

Ein wunderbarer und unterhaltsamer Vortrag über direkte Aktion, Moral, die Menschheit; gespickt mit viel Humor und lauter Überraschungen. Sensationell!

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31c3: Reconstructing narratives

Claude, 9. Januar 2015, 18:46 Uhr

Der erste Teil des Vortrags behandelt das Tötungsprogramm der CIA und soll belegen, dass so etwas existiert, entgegen offiziellen Mitteilungen. Tragisch, keine Frage.

Und dann kommt der zweite Teil.

“Wer von euch benutzt PPTP? Einer? Ok, hör auf, es zu benutzen.”
“Wer von euch benutzt IPsec? Hört auf, es zu benutzen.”
“Wer von euch benutzt SSH? Seht ihr, in welche Richtung es geht?”

“Ja, wir haben Hinweise darauf, dass die NSA riesige Datenbanken mit verschlüsselten (SSH, VPN) Datenströmen unterhält, die dann teilweise entschlüsselt werden konnten. Ob das stimmt, oder nur Angeberei ist, können wir nicht sagen.”

Doch was bleibt beim Publikum hängen?

“SSH ist kaputt!!1!
Wir haben ja gar keine Chance mehr.”

Glückwunsch Köbi. So eine Panikmache hast du bereits vor einem Jahr geboten. Selbstverständlich hat er die Leaks und Folien so zusammengestellt, dass sein Tor und OTR natürlich gewinnt. Doch wer sagt mir, dass da nicht auch Folien in Snowdens Dokumentenschatztruhe sind, wo Tor verliert? Wir sind mal wieder abhängig von einigen wenigen Journalisten; und sie können sich das Material frei zusammenstellen, was sie veröffentlichen. Ich finde diese Situation unerträglich. “This information belongs to the public”, hat Snowden selber gesagt.

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31c3: From Computation to Consciousness

Claude, 2. Januar 2015, 11:36 Uhr

Was ist die Natur der Realität?
Was können wir wissen?
Wer sind wir?
Was sollen wir tun?

Joscha versucht, etwas Licht auf diese Fragen zu werfen. Mit Denkmodellen und am Beispiel von Minecraft versucht er herauszufinden, was wir mit unserem menschlichen Gehirn vom Universum erfassen können. Wir mit unseren fünf Sinnen sind in ein System eingebettet. Ein System, das immer weiterläuft. Wir können die Realität halt eben nicht mal anhalten und debuggen, und “dahinter” schauen – denn würden wir das tun können, wie wollen wir das erfahren? Unsere Sinne sind Teil des Systems, also würden auch die angehalten werden, um “dahinter” zu schauen. Doch sehen wir dann noch? Hören wir dann noch? Passiert dann etwas völlig anderes, als wir es bisher gewohnt sind? Eigentlich müsste es ja so sein, denn die Sinne sind ein Attribut, eine Manifestation, eine Schöpfung dieses Systems “Universum”, und um dahinter zu schauen, müssten wir sie aufgeben.

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31c3: Serenität – Anleitung zum Glücklichsein

Claude, 2. Januar 2015, 10:06 Uhr

Die radikalen philosophischen Texte von Elektra W. haben das Ziel – seien wir offen und direkt – einen Headcrash des Ich-Erlebens herbeizuführen, das sich im Laufe unserer Enkulturation und Erziehung im Vorderlappen des Großhirns breit gemacht hat.

‘Echtes Denken ist eine Sache, die das Gehirn selbständig per Autopilot erledigt.’

Der Vortrag bringt Texte aus dem Buch ‘Serenität – Anleitung zum Glücklichsein’ der Edition ‘Operation Mindcrash’ zum Klingen. Elektra trägt die Texte vor, während Andi B. auf dem Keyboard dazu improvisiert. Durch die Kombination von Text und Musik kann man entspannt zuhören und sich dabei in eine heitere, gelassene Stimmung versetzen lassen.

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