Scratchbook

Das Leben ist immer anders als die Realität.

Nichts zu verbergen?

Daniel, 31. August 2015, 09:10 Uhr

HNF-Hollerith-0304

Amsterdam gilt seit jeher als Musterbeispiel gelungener Stadtplanung. Bereits 1851 begann die Stadt, systematisch Daten der Bevölkerung zu erheben, um optimal ihre Ressourcen zu verteilen. Fürs „Bevölkingsregister“ gaben die Einwohner bereitwillig Beziehungsstatus, Beruf und Religionszugehörigkeit an. 1936 stieg man sogar auf die Datenerfassung mit einem hochmodernen Lochkartensystem um. 1939 aktualisierte eine Volkszählung das Stadtregister nochmals.

Im Mai 1940 rissen die einmarschierten deutschen Besatzer das Register an sich und ermittelten anhand dieses Datenschatzes in wenigen Tagen fast alle jüdischen Einwohner. Ein Großteil der rund 100 000 Amsterdamer Juden wurde ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Von einem Tag auf den anderen entschied ein Marker im Big-Data-Pool über Leben und Tod. Zuvor hatte 90 Jahre lang niemand etwas zu verbergen gehabt – schließlich diente die Erfassung ja dem Wohl aller.

computing_home_image

Werbung für Untertanen

Claude, 28. August 2015, 12:11 Uhr

Schisspass und UBS Payshit – so werden Reisebewegungsprofilidentifizierung und rückverfolgbare Finanztransaktionen auf einer Wanze dem Volk angepriesen – derzeit am Bahnhof in St.Gallen.

Die Gegenkampagnen dazu wären anonym Reisen und anonymes Bargeld.

Reclaiming the Earth

Claude, 30. Juli 2015, 14:22 Uhr

Der Vortrag geht unter die Haut.

[mehr...]

Füürwärts

Claude, 16. Juli 2015, 12:15 Uhr

“Menschen, hier versammelt – alle zusammen; wir sind Eins. Eine Familie, hier im Herz. Lasst uns das feiern. Fühlt eure Wurzeln, fühlt euer inneres Gefühl! Fühlt eure Verbindung – mit der Sonne. Seid euch selber. Erkennt euch selbst! Erkennt den anderen.”

Weihrauch brennt neben dem kunstvoll aufgestapelten Holzstapel, der später zum Seelenfeuer entzündet wird. Eine Laterne wird im Kreis herumgereicht. Wir geben das Licht weiter. Die Ritualleiterin geht mit dem Weihrauch im Kreis umher und flüstert jedem was zu. “Ich liebe dich”, kommt sie flüsternd bei mir vorbei. Gänsehaut fährt mir über den Rücken. Und dann wurde es erst mal still im grossen Kreis. Alle stehen andächtig da und denken darüber nach, was soeben passiert ist. “Stärneglanz – wünsch dr öppis!” flüstert eine Mädchenstimme mir zu, und lässt Glimmer in meine Hand rieseln.

Die Ritualleiterin entzündet nun das Seelenfeuer mit dem Licht aus der Laterne, welches im Kreis weitergereicht wurde. Jeder hat einen Stock mitgebracht. Sie verbindet alle Stöcke mit einem langen Faden. “Wir sind alle verbunden.” Der jüngste, ein mittlerer und der älteste Mensch führen nun die Reihe an und legen ihr Stöckchen in das Feuer, zusammen mit allen anderen. Das Feuer brennt gross. “Wir ziehen alle an einem Strang. Denkt daran, auf eine super Woche – es geht Füürwärts!”

Und so wurde das Feuerfestival für dieses Jahr eröffnet.

[mehr...]

Bilderberg 2015: Themen und Teilnehmer

Claude, 10. Juni 2015, 11:32 Uhr

Mittlerweile ist auf der offiziellen Webseite der Bilderberger die Themenliste und die Teilnehmerliste veröffentlicht worden. Die Themen, die diskutiert werden, lauten:

- Künstliche Intelligenz
- Internet-Sicherheit
- Bedrohung durch Chemiewaffen
- Aktuelle Wirtschaftsthemen
- Europäische Strategie
- Globalisierung
- Griechenland
- Iran
- Mittlerer Osten
- NATO
- Russland
- Terrorismus
- Vereinigtes Königreich
- USA
- US-Präsidentschaftswahlen

[mehr...]

Alles, was sichtbar ist, kann nicht unendlich sein

Claude, 31. Mai 2015, 16:23 Uhr

Der Gedanke kam mir heute beim Abwaschen. Ich dachte über mehrere Variationen eines Produkts in einem Webshop nach. Grösse, Farbe, Form. Klar, es können “unendlich viele” Farben sein. Doch sind es wirklich unendlich viele? Ein Rot, das etwas röter wird.

#ff0000 #ff0001

Und noch etwas mehr. Mit dem Auge ist der Unterschied schon lange nicht mehr wahrnehmbar. Doch ich kann das Raster noch um so viel verfeinern, dass die elektromagnetische Welle, die das eine Rot generiert, um wenige Zeptrilliardstel Femtomikromillimeter kürzer ist als die, die das andere Rot generiert. Im Prinzip sind beide Wellen deckungsgleich, ausser dass sie auf tausend Lichtjahre um einen Millimeter verschoben sind.

Grosse Grössen, unvorstellbare Distanzen. Doch – es sind immer noch Grenzen und Raster da. Die Anzahl Wellen pro Zeiteinheit – das lässt sich messen. Auf einer Skala von sehr klein bis sehr gross. So gross. Riesig. Unvorstellbar verschwenderisch riesenhaft riesig. Sinnlos riesig. Aber unendlich?

Unendlich kann nur das Unsichtbare, nicht Manifestierte sein. Das hat alle Potentiale in sich, ist wirklich unendlich. Nicht messbar, nicht fühlbar, nicht wahrnehmbar, nicht zählbar. Unendlich.

Gott ist nicht unendlich. Denn das Wort “Gott” bezeichnet etwas, worunter sich die Menschen etwas vorstellen. Etwas Sichtbares. Mächtiges. Doch es kann nicht sein. Sobald ich mit dem Finger auf Gott zeige und sage: “Das ist Gott”, dann ist es nicht Gott. Denn dann hätte man Gott definiert, bezeichnet und abgegrenzt.

Gott ist Unendlich.

Doch selbst dieser Satz dürfte gar nicht existieren, um Gott zu bezeichnen. Denn ich verwende Worte, Gedanken, Ideen, Regeln, Strukturen, Annäherungsversuche. Die Unendlichkeit lässt sich nicht beschreiben, niemand kann sie niemals erfahren, ausser dieser Niemand wird selbst zu nichts und unendlich und ist dann nichts mehr, was da ist, weil das Unendlich eben nicht sichtbar und begrenzt ist.

Die Welt im Jahre 2015

Claude, 31. Mai 2015, 15:34 Uhr

Vor einem Jahr: Die Welt im Jahre 2014

Alles verändert sich. Darum, hier ein aktueller Screenshot der Welt:

  • Staaten existieren.
  • Staaten sind eine nicht-legitimierte Konzentration von Macht mit einem Monopol auf Gewalt.
  • Wir leben in einer Dämonkratie.
  • Macht und die Gier nach mehr Macht hat die Staaten blind der Moral & Ethik gemacht: Kriege werden geführt, Nahrungsmittel vergiftet, Wälder abgeholzt, die Natur mit hässlichen, billigen Bauwerken überbaut.
  • Die Mächtigen versuchen, alles zu kontrollieren, was ihre Macht gefährden könnte.
  • Die Menschen haben Angst vor dem Staat.
  • Die Menschen lassen sich durch ein Steuersystem geschickt steuern, unfähig, selbständig zu Denken und zu entscheiden, was gut und was schlecht ist.
  • Die Gesellschaft wird zentralistisch und hierarchisch geführt. Es wird in die Köpfe eingebrannt, dass alles immer nur zentralistisch funktionieren kann.
  • Ein Konzern bietet dezentral gedachte Internetdienste zentral an.
  • Ein weiterer konzern lässt alle Menschen ihre Daten sammeln.
  • Noch so ein KONZERN überwacht die gesamte Kommunikation auf dem ganzen Planeten, speichert sie für immer und wertet sie aus.
  • Die Menschen werden träge und müde. “Ja, wir haben’s gehört, wir werden überwacht. Ich mag nimmer!”
  • Die Geheimdienste sind trotzdem noch da.
  • Das Internet ist unverschlüsselt, also ist es kaputt.
  • Der Grossteil der Infrastruktur Internets nutzt das löcherige, kaputte OpenSSL.
  • Das Internet wird in vielen Ländern zensiert.
  • Immer mehr Torrenttracker werden heruntergefahren.
  • Patente verhindern Weiterentwicklung.
  • Ein Mensch oder eine kleine Gruppe Menschen regieren ein Land.
  • Die Menschen akzeptieren das Böse, indem sie gehorchen.
  • Die Menschen sind unfrei.
  • Die Menschen haben nichts zu verbergen.
  • Den Menschen ist es egal.
  • Die Menschen sind dumm, hässlich, ignorant, gehirngewaschen, einfältig. Ihr eigentlicher Wesenskern ist verschlossen.
  • Jeder schleppt sein Smartphone mit sich rum. Eine Welt ohne ihr Heroinhandy können sich die meisten Menschen gar nicht mehr vorstellen.
  • WhatsApp löst Facebook ab.
  • Konsum gibt den Menschen kurzfristige Befriedigung.
  • Das Geld, welche den Tauschhandel von Waren unter Menschen ermöglicht, wird von einer privaten Institution aus dem nichts erschaffen und gegen Zins geliehen.
  • Es herrscht Mangel. Geld ist knapp, und alle versuchen, möglichst viel davon zu bekommen.
  • Die Menschen schreiben diesem Geld viel Wert zu.
  • Geld ist die unsichtbare Religion. Diejenigen, die viel besitzen, haben viel Macht über diejenigen, die daran glauben.
  • Unternehmen arbeiten gegeneinander. Es geht immer nur um «wer ist der beste?».
  • Alles dreht sich um Gewinnmaximierung, Kosten senken, Geld sparen und Effizienz.
  • SAP und JVM existieren.
  • Die Menschen sind zu bequem, um für ihre Freiheiten einzustehen.
  • Arbeit ist ein Zwang. Nicht jeder tut das gern, was er tut. Es geht um Einkommen. Das ganze System basiert auf Geld.
  • Aus-gebildete “Architekten” überbauen die Natur mit hässlichen Klötzen.
  • Kirchen vermitteln Glauben, nicht Wissen.
  • Die Mächtigen erfinden Geschichten und erschaffen Probleme, um dann mit der Lösung Profit zu erwirtschaften.
  • Die Menschen arbeiten gegeneinander, statt sich zusammenzuschliessen, selbst in der Fraktion der Rebellion. Konkurrenzkampf und Zersplitterung hemmen den Fortschritt zur Befreiung der Menschheit.
  • Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern.
  • Ich versuche, mein eigenes inneres Licht zu finden, inmitten all dieser Dunkelheit.
  • Es gibt noch kleine, aber feine, schöne Momente.
  • Es gibt noch Festivals.
  • Es gibt Hoffnung.

Die Welt in 16 Jahren

Claude, 28. Mai 2015, 16:29 Uhr

Vor einem Jahr: Die Welt in 17 Jahren

So sieht die Welt in 16 Jahren aus:

  • Lady Gaga ist tot.
  • Facebook ist Konkurs.
  • Das Internet ist ein verteiltes Meshnet, verschlüsselt, von Bürgern betrieben und überall gratis verfügbar. Jeder kann mit jedem peeren. Es gibt keine Monopole und Provider mehr.
  • Alle Dienste im Internet werden dezentral gebildet und genutzt.
  • Die Würde, Privatsphäre, die Gefühle und die Individualität von jedem wird geschätzt und respektiert. Jeder Mensch und jede Ausdrucksform ist göttlich.
  • Jeder Mensch hat Geheimnisse und trägt einen Samenkern in sich, den er in die Welt tragen will.
  • Die Liebe wird gelebt, ohne Angst, dafür verfolgt zu werden. Egal mit wem, egal welchen Alters, egal mit wie vielen.
  • Liebe. Freiheit. Alles. Wir verbreiten Licht und Kryptografie.
  • Jeder hat einen kleinen Kaltfusionsreaktor bei sich stehen und erzeugt sich seine Energie selbst.
  • Jedes Land ist unabhängig und vielfältig. Es gibt keine Zusammenschlüsse und Bünde mehr wie die EU oder UNO. Dafür aber in jedem Land eine eigene Kultur, unvermischt, original. Viele Länder ergeben eine kulturelle Vielfalt und zahlreiche Ausdrucksformen.
  • Wir leben in einer Anarchie.
  • Entscheidungen werden im Konsens gefällt und haben nur auf die unmittelbare Region bzw. die unmittelbar Betroffenen einen Einfluss.
  • Entscheidungen, welche länderübergreifend sind, werden in einer Konföderation besprochen und gefällt.
  • Die Vertreter für diese Konföderation werden regional gewählt, und können mit sofortiger Wirkung zurückgepfiffen werden, wenn sie die Interessen der Menschen aus ihrer Region nicht vertreten.
  • Es gibt keine Einkaufszentren mehr, sondern freie Marktplätze, Agoras.
  • Händler transportieren Waren von Stadt zu Stadt.
  • Gehandelt wird unter dem Modell des Agorismus. Jeder Mensch ist frei, jegliche Waren mit jedem zu tauschen.
  • Es gibt kein “Gegeneinander” mehr, sondern Menschen bilden lose Zusammenschlüsse in Interessensgemeinschaften und Projekten, und nutzen ihre Talente, machen das, was sie am besten können und was ihnen Spass macht, und bringen so tolle neue Erfindungen hervor.
  • Wir erobern den Weltraum.
  • SAP und JVM werden in einen Hundezwinger gesperrt, wo sie hilflos mit Exceptions um sich schmeissen bis sie sterben.
  • Man gibt gerne Geld aus, weil man’s hat, und weil man etwas schönes in der Welt schaffen will.
  • Kryptowährungen werden genutzt. Keine Bank und keine zentrale Institution stellt mehr Geld her.
  • Fähige Architekten bauen prunkvolle Tempelanlagen mit Baustil, welche sich harmonisch in die Natur integrieren.
  • Es gibt mindestens zwei Sorten von Tempelanlagen:
    • Techniktempel aka Hackerspaces, wo sich kreative Köpfe versammeln und an Projekten werkeln,
    • Einweihungstempel; wo die Mysterien des Universums gelehrt werden und nach der Frage auf die Antwort nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest gesucht wird.
  • Lernen durch Nachahmung: Es gibt auf jedem Gebiet begeisterte Spezialisten, denen man über die Schulter schauen kann.
  • Man macht, was man liebt. Es gibt keine Papierli und Verdummungsanstalten mehr.
  • Bildung ist kein Zwang, sondern eine Leidenschaft, getrieben durch Neugier und Experimentierfreude.
  • Man darf alles tun, alles kopieren, neu zusammenfügen, forschen.
  • Patente sind ein übles Relikt aus der Vergangenheit.
  • Arbeit ist freiwillig. Jeder hat genug zum Leben.
  • Graffiti ist Kunst und wird frei ausgelebt.
  • Es gibt Schwebeplattformen, auf denen man dann in der Stratosphäre mit dem Gleitschirm starten kann
  • Die Drachen feiern ihre Renaissance und leben unter den Menschen. Sie spucken Feuer, beschützen uns und lassen sich bereiten.
  • Nebst normalen Reisezentren gibt es zwei zusätzliche:
    • Ein intergalaktisches Reisezentrum, wo sich Heerscharen mutiger Helden treffen, um Hilferufen von anderen Planeten nachzugehen #Abenteuer
    • Das Reisezentrum innerer Welten, wo man mithilfe psychedelischer Substanzen Reisen in die Abgründe der eigenen Psyche und in die Tiefen der Seele unternimmt.
  • Ich habe ein eigenes Nullgravitationsraumschiff mit eigener Heimbasis. Ausgestattet mit einem präkognitiven Radar, Elementarkonverter, Hyperraumantrieb, Unsichtbarkeitsschild und allerlei feinem technischen Schnickschnack.
  • Mein Hausdrache lebt in seiner Drachenhöhle. Wir wohnen ja direkt am Rande eines aktiven Vulkans :), wo es schön warm ist.
  • Es ist mindestens tausend Tage pro Jahr Sommer mit Temperaturen über 60°C.
  • Der Drache begleitet mich, wie auch gute Freunde, auf meinen Abenteuerreisen.
  • Wir hören auf unsere Kinder. Sie entstammen noch am direktesten dem göttlichen Schoss, ungetrübt von Vorurteilen, Gehirnwäsche, sozialen Regeln und Bildungssystemen.
  • Es gibt viel zu bereisen, zu erforschen und zu entdecken. Andere Sternenvölker, experimentelle Technologien, ferne Welten.
  • Ich freue mich! Das wird episch!

Wie seht ihr die Welt in 16 Jahren? Helft mit, sie zu bauen!

Es beginnt im Kopf.

Den Moment wahrnehmen

Claude, 17. Mai 2015, 22:59 Uhr

Gedanken in einer Nacht während des Seminars für Bewusstseinsreisen. Die Bettdecke ist kuschelig warm. Ob das die letzte Nacht in meinem vertrauten Bett sein wird? Existiert das Konzept “Bett” und “Kissen” in einer anderen Galaxie? Es kann nämlich gut sein, dass man auf einer Bewusstseinsreise das Leben einer anderen Person durchlebt. In Echtzeit. Oder ein vergangenes Leben. Oder vielleicht sogar ein zukünftiges? Oder man reist zu fremden Sternsystemen und trifft auf andere intergalaktische Kulturen. Dabei wird das Leben hier “pausiert”, und man nimmt alles mit; die Emotionen, hören, sehen, Zeitempfinden. Man lässt alles hinter sich und wird $dort geboren. Nach dem Tod wacht man wieder hier auf.

Wenn dem so ist – dann ist all das, was man hier auf der Erde in dieser Zeit so tun kann von grossem Wert. Denn – es könnte bereits morgen nicht mehr möglich sein. Zum Beispiel? Grosse Boxen aufstellen, dem satten Klang der Musik lauschen und sich vom Bass massieren lassen. Grosse Boxen und elektronische Musik gibt es im Mittelalter nämlich nicht. Und LSD ist erst zur Zeit der Atombombe entdeckt worden. Mit Freunden um ein Lagerfeuer sitzen. Im Zelt liegen und Nachts dem Grillenzirpen lauschen, oder den Regentropfen, die auf die Zeltwand tröpfeln. Gibt es Zelte auf anderen Sternensystemen? Oder in der Zukunft? Vielleicht werden Lagerfeuer in tausend Jahren verboten sein, oder es gibt kein Holz mehr? Allgemein Freunde. Sie verändern sich. Interessen wandeln sich. Oder es geschehen Dinge, wo man plötzlich jemanden zum letzten mal in dieser Erscheinungsform gesehen hat.

Als Kind habe ich andere Dinge getan, als ich jetzt tue. Später werde ich andere Dinge tun, als ich jetzt tue. Als Mensch habe ich Hände, um zu tasten, zu erschaffen; Augen, um zu sehen; Ohren, um zu hören. Und spezielle Gaben für dieses jetzige Leben. Als Wesen aus einer anderen Galaxie habe ich diese Möglichkeiten vielleicht nicht. Ein Blinder sieht nichts. Ein Rollstuhlfahrer ist gebunden. Gefängnisinsassen tanzen nicht blutt bei einem Gewitter im Schlamm.

Viele Dinge sind noch analog, vieles noch unerforscht. Telepathie, Teleportation? Nein. Das Gefühl, auf dieser Kugel zu reisen, andere Orte besuchen – mit einem Vehikel. Und der Vorgang dauert eine Weile. Wo ist der Sinn der Reise, wenn wir die ganze Welt mit Portalen erschlossen hätten? Einmalig auf der Erde und zu dieser Zeit. Beschränkungen haben durchaus ihren Reiz.

Alle nehmen die Dinge so gegeben hin, wie sie sind. Dabei sind sie eigentlich einmalig. Wie war das Leben gestern? Wie ist es heute? Wie wird es morgen sein?

Früher hat man anderen Menschen von Ereignissen erzählt. Heute schiesse ich ein Bild von einer Szenerie und speichere sie in einem Gerät namens Fotoapparat. Ich muss mich um Dinge wie Belichtungszeit, Fokus und ISO-Werte kümmern. Übermorgen begleiten Nanobots eine Szene, zeichnen alle Ereignisse in Ultra-Zettayotta-HD-999k auf und bilden dann ein 3D-Modell nach, das man in einem Holodeck aus allen möglichen Winkeln nochmals begehen kann. Ich stelle mir grad vor, wie aus einer Woche Boom-Festival eine immer-wieder-begehbare und immer-wieder-was-neues-entdecken Holodeck-Simulation wird.

Wie war das Leben gestern? Wie ist es heute? Wie wird es morgen sein? Erzählen wir später anderen Zivilisationen und Sternenkolonien davon!

Glücksspiele

Claude, 23. April 2015, 09:36 Uhr

Ich habe Lotto gespielt. Einfach nur, damit ich das auch einmal in meinem Leben gemacht habe. Sollte ein Lottogewinn in meinem Leben als Erfahrung vorgesehen sein, so gab ich ihr nun den Raum, sich zu manifestieren.

Doch das war nicht vorgesehen. :)

Stattdessen kommen mir ein paar interessante Gedanken. Warum heissen diese Spiele “Glücksspiele”? Eigentlich müssten sie “Pechspiele” oder “Verliererspiele” heissen. Millionen von Menschen spielen mit, und alle verlieren. Bis auf eine Ausnahme. Ist das Neusprech wirklich so mächtig, dass es so viele Menschen in den Bann zieht, sie wären alle Gewinner? Wäre dem so, und wären Verlierer die sehr seltene Ausnahme, dann wäre “Glücksspiel” die richtige Bezeichnung. Dabei ist es doch genau umgekehrt!

Jedenfalls hat sich jetzt die Wahrscheinlichkeit erhöht, das der Blitz in mich einschlägt. Ich habe sogar nur zwei Felder ausgefüllt auf dem Lottoschein statt der 14 möglichen. Somit sinkt die Wahrscheinlichkeit auf einen Lottogewinn. Im Umkehrschluss bedeutet das: Die Wahrscheinlichkeit des Blitzeinschlags ist nun noch höher! :D