Flugbericht Sonntag: Spiralen!
Nach dem Debakel gestern kann es ja nur besser werden. Und es wurde auch besser: Auf der Karte sind keine Windpfeile zu sehen – es ist windstill. Naja, immerhin besser als Westwind. Fliegen am Brandberg ist angesagt – sehr gut. Dort mache ich meist immer Ziellandungen, da das Feld gross genug und Hindernisfrei ist.
Heute auf dem Programm: Spiralen. Jawohl, richtig gehört: Spiralen! Nun üben wir also hochoffiziell Steilspiralen – jedenfalls ansatzweise. Nun, Was ist denn eine Steilspirale? Eine Steilspirale gilt als Abstiegshilfe, dabei wird der Schirm in eine immer enger werdende Kurve getrieben, bis er schliesslich eng drehend dem Boden entgegenschiesst. Dabei entstehen Fliehkräfte von bis zu 2G, und der Pilot saust mit 125km/h um den Schirm herum. Sinkgeschwindigkeit: von 8m/sec bis 20m/sec. Ein tollkühnes Manöver; sieht geil aus, noch geiler zu fliegen…
Ich bringe ja schon ein bisschen pseudo-Spiralerfahrung mit – vom 3h Thermikflug. Doch diese Spiralen schaukelten bei der Ausleitung, und gerade das gilt es zu verhindern… Der Trick: Beim Ausleiten die kurveninnere Seite nicht sofort loslassen, sondern stützen, so dass der Schirm immer langsamer dreht, bis er schliesslich ganz aufhört. Dies gelang mir auch beim zweiten Versuch, und zwar so gut, dass Oskar prompt sagte: “Dies war nun eine perfekte Ausleitung!”. Aber auch Ernst machte grosse Augen; er hat die Ausleitung aus der Spirale jahrelang trainiert, und bei mir klappt es gleich beim _offiziell_ zweiten mal – vielleicht war es auch nur Glück ![]()
Thermisch gesehen war leider nicht sehr viel los. Die Luftmassen sind alle gleichmässig heiss – es gibt kaum Unterschiede, was heisst, dass die Luft kaum steigt ![]()
So gabs halt einfach fünf Rutschbahnflüge, mit etwas Glück 30min Hangsoaring – mehr lag nicht drin. Immerhin: Je kürzer die Flüge, desto mehr gibt es; 29 Flüge sind nun in meinem Flugbuch – noch 11, und ich bin prüfungsreif!


