Scratchbook

Das Leben ist immer anders als die Realität.

Google Go

Claude, 28. Juni 2016, 13:09 Uhr

Die meisten Programmiersprachen sind total mit Funktionalität überladen. Zu viele Features, die man kennen muss, mehrere arkane Wege, ein Problem zu lösen, was andere Entwickler verwirrt, die genau diese Eigenheit der Sprache nicht kennen. Ändert sich eine Anforderung, muss man im schlimmsten Fall die ganze hierarchische Klassenstruktur wegwerfen und von vorne anfangen. Enterprise-Softwarepäpste haben immer-wiederkehrende Muster in dieser Komplexität erkannt und ihnen Namen gegeben: Patterns. Entwurfsmuster. So denkt jeder gleich über ein Problem nach, alle haben ein Fachsprech, das Uneingeweihte nicht verstehen.
Bis auf Prahlerei, die die Bachelorstudis ablassen, wenn sie diese Patterns runterbeten können, hat das wenig dazu beigetragen, dass ein Programm simpel und verständlich ist.

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„Aber wir leben doch in einer Demokratie…“

Claude, 25. Juni 2016, 22:10 Uhr

…haben sie gesagt.

„Da kann jeder mitbestimmen und mitentscheiden“, haben sie gesagt.

Wenn du etwas ändern willst, kannst du eine Initiative starten. Wenn du mit einem Beschluss nicht einverstanden bist, kannst du ein Referendum ergreifen. Sammle 100’000 Unterschriften für eine Initiative, und 50’000 Unterschriften für ein Referendum. Das ist ganz einfach“, haben sie gesagt.

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Herzliche Gratulation

Claude, 24. Juni 2016, 12:33 Uhr

Herzliche Gratulation, liebe Grossbritannier, Engländer, Schotten, Walysen, Vereinigte Könige, Nordirländer, Jerseyen, Guernseyen, Insel der Männer, Britische Inselbewohner, Irländer und alle Einwohner der britischen Inseln –

…zum Austritt aus der faschistischen EU. Für Freiheit und Unabhängigkeit.

Oder wer ist da jetzt genau ausgetreten? Ich hab die Übersicht verloren.

Und jetzt alle: Fuck the EU!

Liste der tollen Wörter

Claude, 20. Juni 2016, 23:33 Uhr

Derail, derailing, derailed

The act of throwing a thread in a discussion forum off topic, oftentimes so much so that the original discussion is unable to continue.

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Doppelmoral

Claude, 17. Juni 2016, 23:04 Uhr

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Die Big-Data Kristallkugel

Claude, 13. Juni 2016, 10:31 Uhr

Angenommen, es findet ein Quidditchspiel statt, Gryffindor gegen Slytherin.

Schreibe 200’000 Leute an; die eine Hälfte mit „Gryffindor wird gewinnen“, die andere Hälfte mit „Slytherin wird gewinnen“.

Gryffindor gewinnt.

Ignoriere die Slytherin-Leute und schreibe den anderen 100’000: „Seht ihr, wir hatten recht! Gryffindor hat gewonnen, wie vorhergesagt.“

Unterteile diese Gruppe wieder in zwei Teile.

Gryffindor gegen Ravenclaw.

„Ravenclaw wird gewinnen“ für die einen 50’000, „Gryffindor wird gewinnen“ für die anderen.

Ravenclaw gewinnt.

Schreibe an die 50’000 Ravenclaw-„Gewinner“: „Seht ihr, wir hatten schon wieder recht! Wollt ihr wissen, wie alle Spiele ausgehen werden? Dann überweist 10.- auf unser Konto. Unsere Kristallkugel weiss alles!“

Wenn auch nur die Hälfte 10.- überweist, hast du bereits eine Viertelmillion ergaunert.

Intellektuelle Vielfalt

Claude, 11. Juni 2016, 14:15 Uhr

Von Aaron Swartz

Eine schockierende Studie hat neulich herausgefunden, dass nur 13% der Professoren an der Stanford Universität Republikaner sind. Die Autoren vergleichen das mit den 51% der Wahl von 2004, wo die Wähler einen Republikaner als Präsidenten gewählt hatten und verargumentieren dies als „Beweis für die Diskriminierung“ und dass „akademische Republikaner von akademischen Demokraten ausgerottet werden“.

So beängstigend das auch ist, meine vorausgehende Recherche hat noch mehr schockierende Fakten zu Tage gebracht. Ich habe festgestellt, dass nur 1% der Stanford-Professoren an Telepathie glauben (definiert als „Kommunikation zwischen Menschen ohne die gewöhnlichen fünf Sinne“), im Vergleich zu 36% der Allgemeinbevölkerung. Weniger als ein halbes Prozent glauben, dass „Menschen auf der Erde vom Teufel besessen sind“, im Vergleich zu 49% der Bevölkerung ausserhalb des Elfenbeinturms. Und während 25% der Amerikaner an Astrologie glauben („Einfluss der Position der Sterne und Planeten auf das Leben der Menschen“), konnte ich nur einen Stanford-Professor finden, der dem zustimmen würde. (Alle Zahlen stammen von Meinungsumfragen, von Sokal durchgeführt.)

Dieser haarsträubende Mangel an intellektueller Vielfalt ist eine ernsthafte Bedrohung für unsere Jugend, welche stillschweigend der Propaganda von Anti-Astrologen unterworfen ist, statt mit unterschiedlichen Betrachtungsweisen konfrontiert zu werden. Würde ich aufdecken, dass keine Schwarzen an der Stanford Fakultät unterrichten, wäre die politisch korrekte Fraktion sofort Sturm gelaufen. Aber die haben kein Problem damit, zukünftige Fakultätsmitglieder auszuschliessen, deren Ansichten sie nicht teilen.

Sicher, mag man sagen, ist die Hautfarbe für die Pflichten eines Professors irrelevant, während Glaubenssätze der Kern derer Arbeit ist. Und diesen Kritikern kann man nur entgegnen: Ihr „Wissens“-Elitisten habt die vernichtende Kritik über Faktenwissen der Postmodernisten ignoriert! Die objektive Realität ist unkennbar, unsere Glaubenssätze sind maximal Teilwahrheiten; kulturelle Launen, die wir im Augenblick nicht ändern können. Die einzige Art und Möglichkeit, zu entscheiden, was gelehrt wird, ist anhand von dem, was geglaubt wird!

Aber diese linksaussen-Akademiker ignorieren diese vernichtenden Kritiken einfach. Sie machen einfach weiter und sagen, ihr Job ist es, die „Realität“ zu untersuchen, und sie glauben Dinge, die auf Beweisen basieren, wogegen jeder sehen kann, dass diese Beweise doch nur Rechtfertigungen für sie selber sind, damit sie ihre Macht und ihren gesellschaftlichen Status erhalten können. Und, wie schon mehrfach belegt, ihre fortgeschrittenen „Berufungskommissionen“ und „Anforderung an die Rekrutierung“ sind bloss Wege, zu verhindern, dass Nonkonformisten ihre Orthodoxien in Frage stellen.

Die Partei von McCarthy muss die akademische Freiheit retten. Wohlhabende Geschäftsmänner müssen ihre Mittel bündeln, um diesem Elitismus entgegenzuwirken. Rassisten und Sexisten müssen den Wert der Vielfalt bekannt machen. Konservative die Postmoderne annehmen. Harte Arbeit? Keine Frage. Aber sie sind mutig dazu bereit, ihre Glaubwürdigkeit dem Schutz und Erhalt der Jugend zu opfern. Wir sollten ihren Mut begrüssen und ehren.

(Originalbeitrag)

Rammstein

Claude, 5. Juni 2016, 23:25 Uhr

„Rammstei! Rammstei! Rammstei!“ ruft die Menge. 20:58 Uhr. Noch zwei Minuten bis zum Konzertstart. Wir können es kaum erwarten. Ich hatte mit Regen gerechnet, doch die Sonne bescheint friedlich das Gelände. 21 Uhr und ein paar Minuten – an den Seitenleinwänden fängt ein Countdown an, von 60 rückwärts zu zählen. Endlich!
Ein Vorhang mit einem grossen Ziffernblatt verdeckt die Bühne. Die letzten zehn Sekunden werden mit Scheinwerfern auf dem Ziffernblatt dargestellt. „Zehn, neun, acht, sieben, sechs, fünf, vier, drei, zwei, eins, nuuulll!“

*Pfflapp*

Hinter der Bühne schiessen Rauchfeuerwerke in die Luft. Sie erheben sich zu riesigen Rauchsäulen. Mystische Gitarrenklänge durchweben die Luft. Die Rauchsäulen formen sich zu einem riesigen Wolke über der Bühne. Dunkler, rosaroter, dicker Rauch. Wie ein UFO schwebt die Wolke gespenstisch direkt über die Zuschauer weiter nach hinten. Phänomenal!


(Intro auf Youtube)

Wie in Independence Day schwebt die gigantische Rauchmasse über mir und ich sehe ihr fasziniert zu.

„Hier kommt die Sonne, das alte Leid,
Der Meister singt: „Seid Ihr bereit?“
Mein Herz brennt, Feuer frei,
Asche zu Asche, Bestrafer sein!
Liebe ist für alle da,
Bück Dich, Amerika!
Ich tu Dir weh, Stein um Stein,
Gott weiß ich will kein Engel sein!

Auferstanden aus Ruinen
Glück für Menschen und Maschinen
Eilt herbei von fern und nah:

Wir sind wieder da!“

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Keine Angst, wir haben den Täter!

Daniel, 3. Juni 2016, 15:32 Uhr

How Technology Hijacks People’s Minds

Claude, 29. Mai 2016, 20:23 Uhr

 from a Magician and Google’s Design Ethicist, original source
Estimated reading time: 12 minutes.

I’m an expert on how technology hijacks our psychological vulnerabilities. That’s why I spent the last three years as a Design Ethicist at Google caring about how to design things in a way that defends a billion people’s minds from getting hijacked.

When using technology, we often focus optimistically on all the things it does for us. But I want to show you where it might do the opposite.

Where does technology exploit our minds’ weaknesses?

I learned to think this way when I was a magician. Magicians start by looking for blind spots, edges, vulnerabilities and limits of people’s perception, so they can influence what people do without them even realizing it. Once you know how to push people’s buttons, you can play them like a piano.

And this is exactly what product designers do to your mind. They play your psychological vulnerabilities (consciously and unconsciously) against you in the race to grab your attention.

I want to show you how they do it.

Hijack #1: If You Control the Menu, You Control the Choices

Western Culture is built around ideals of individual choice and freedom. Millions of us fiercely defend our right to make “free” choices, while we ignore how those choices are manipulated upstream by menus we didn’t choose in the first place.

This is exactly what magicians do. They give people the illusion of free choice while architecting the menu so that they win, no matter what you choose. I can’t emphasize enough how deep this insight is.

When people are given a menu of choices, they rarely ask:

  • „what’s not on the menu?“
  • „why am I being given these options and not others?“
  • „do I know the menu provider’s goals?“
  • „is this menu empowering for my original need, or are the choices actually a distraction?“ (e.g. an overwhelmingly array of toothpastes)

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