Scratchbook

Das Leben ist immer anders als die Realität.

Glücksspiele

Claude, 23. April 2015, 09:36 Uhr

Ich habe Lotto gespielt. Einfach nur, damit ich das auch einmal in meinem Leben gemacht habe. Sollte ein Lottogewinn in meinem Leben als Erfahrung vorgesehen sein, so gab ich ihr nun den Raum, sich zu manifestieren.

Doch das war nicht vorgesehen. :)

Stattdessen kommen mir ein paar interessante Gedanken. Warum heissen diese Spiele “Glücksspiele”? Eigentlich müssten sie “Pechspiele” oder “Verliererspiele” heissen. Millionen von Menschen spielen mit, und alle verlieren. Bis auf eine Ausnahme. Ist das Neusprech wirklich so mächtig, dass es so viele Menschen in den Bann zieht, sie wären alle Gewinner? Wäre dem so, und wären Verlierer die sehr seltene Ausnahme, dann wäre “Glücksspiel” die richtige Bezeichnung. Dabei ist es doch genau umgekehrt!

Jedenfalls hat sich jetzt die Wahrscheinlichkeit erhöht, das der Blitz in mich einschlägt. Ich habe sogar nur zwei Felder ausgefüllt auf dem Lottoschein statt der 14 möglichen. Somit sinkt die Wahrscheinlichkeit auf einen Lottogewinn. Im Umkehrschluss bedeutet das: Die Wahrscheinlichkeit des Blitzeinschlags ist nun noch höher! :D

Warum wir fliegen

Claude, 11. April 2015, 18:15 Uhr

Das Leuchtturmprojekt aus der Kreatyveswerkstatt. Viel Spass!

Chemtrails

Claude, 10. April 2015, 22:16 Uhr

Die Tage, an denen der Himmel stahlblau von Morgen früh bis spät am Abend schimmert, sind sehr selten geworden. Ich erinnere mich noch an satte Frühlingstage aus meiner Kindheit: Klare Sonne, ein sattes Blau am Himmel, dekoriert mit Schäfchenwolken, die sich aufgrund der Thermik gebildet hatten.

Doch heute?

Der Tag startet. Der Morgen begrüsst uns mit einem satten, blauen Himmel.

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Um alles zu  verändern, fang irgendwo an.

Claude, 1. April 2015, 09:41 Uhr

Durch die Feststellung dessen, was all die verschiedenen Institutionen und Mechanismen der Herrschaft gemeinsam haben, können wir erkennen, dass unsere individuellen Kämpfe auch Teil von etwas größerem sind, von etwas das uns verbinden könnte. Wenn wir uns auf Grundlage dieser Verbindung zusammen finden, verändert sich alles: Nicht nur unsere Kämpfe, auch unsere Handlungsfähigkeiten, unsere Begeisterungsfähigkeit – der Glaube daran, dass unsere Leben bedeutend sind. Alles was es braucht, um uns zu finden, ist anzufangen, entsprechend einer anderen Logik zu handeln.

Das Geheimnis ist, anzufangen.

Alles Verändern. Ein anarchistischer Aufruf von crimethinc.com/tce

Anarchisten

Claude, 1. April 2015, 09:38 Uhr

Anarchisten sind gegen alle Hierarchien – gegen jede Währung, die Macht in den Händen einiger weniger konzentriert; gegen jeden Mechanismus, der uns davon abhält, unser Potential zu nutzen. In Ablehnung aller geschlossenen Systeme befinden wir uns in gespannter Erwartung des kommenden Unbekannten; das Chaos in uns selbst, aufgrund dessen wir in der Lage sind, frei zu sein.

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Anarchismus

Claude, 1. April 2015, 09:37 Uhr

Anarchismus ist die Idee, dass alle zu kompletter Selbstbestimmung berechtigt sind. Kein Gesetz, keine Regierung und kein Entscheidungsverfahren sind wichtiger als die Bedürfnisse und Wünsche von menschlichen Wesen. Die Menschen sollten ihre Beziehungen frei nach gegenseitiger Zufriedenheit gestalten können, und für sich selbst einstehen, wann immer sie es für angebracht halten.

Anarchismus ist kein Dogma und keine Blaupause. Es ist kein System, das vermutlich funktionieren würde, wenn es nur richtig angewandt würde – wie die Demokratie – und kein Ziel, das in ferner Zukunft einmal realisiert werden könnte – wie der Kommunismus. Er ist eine Handlungsweise und eine Art, unsere Beziehungen zu gestalten, die wir sofort in die Praxis umsetzen können. In Bezug auf alle Wertsysteme und Handlungsweisen können wir mit folgender Frage anfangen: Wie verteilen sie Macht?

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Die verlorene Ehre der schreibenden Zunft

Claude, 31. März 2015, 20:37 Uhr

von Frau Meike

Wie viele andere hat mich der Absturz der Passagiermaschine 4U9525 von Germanwings und der Tod aller ihrer Insassen am Dienstag sehr getroffen und wie viele andere mäanderte ich durch das Netz, auf der Suche nach Informationen, die das Unbegreifliche erklären, nach einer Kausalkette, an deren Ende der Absturz eine unausweichliche Konsequenz ist. Fahrlässigkeit, menschliches Versagen, Materialermüdung, technische Fehler, scheißegal. Hauptsache, irgendetwas erklärt mir, warum Menschen sterben mussten, so viele Menschen. Doch was ich in den Medien fand, waren nicht Informationen und Fakten, sondern Spekulationen, Sensationsgier und eine abgrundtiefe Menschenverachtung.

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Anarchie

Claude, 30. März 2015, 16:01 Uhr

Anarchie findet überall dort statt, wo eine Ordnung nicht durch Zwang auferlegt wurde. Sie bedeutet Freiheit: Der Prozess, uns selbst und unsere Beziehungen zueinander immer wieder neu zu erfinden.

Alle ansatzweise freien Prozesse oder Phänomene – ein Regenwald, ein Freundeskreis, dein eigener Körper – sind anarchische Harmonien, die durch permanente Veränderung fortbestehen. Kontrolle von oben nach unten kann andererseits nur durch Restriktionen und Zwang aufrecht erhalten werden: Disziplin durch Strafarbeiten in der Schule; industrielle Landwirtschaft, in der Pestizide und Herbizide genetisch verändertes Getreide verteidigen; die fragile Hegemonie einer Supermacht.

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Alles Verändern. Das letzte Verbrechen

Claude, 30. März 2015, 15:57 Uhr

Jede gesellschaftliche Ordnung basiert auf einem Verbrechen – das Verbrechen, das die vorige Ordnung abgeschafft hat. Danach wird die neue Ordnung als legitim wahrgenommen, sobald die Leute anfangen, sie als gegeben hinzunehmen. Das Gründungsverbrechen der USA war zum Beispiel die Rebellion gegen die britische Monarchie. Das Gründungsverbrechen der kommenden Gesellschaft – falls wir diese hier überleben sollten – wird die heutigen Gesetze und Institutionen abschaffen.

Die Kategorie Verbrechen bezeichnet alles, was die Grenzen einer Gesellschaft übertritt – im Guten wie im Schlechten. Jedes System ist von allem, was es nicht einbeziehen oder kontrollieren kann, bedroht. Jede Ordnung beinhaltet schon die Samen ihrer eigenen Zerstörung.

Nichts bleibt ewig bestehen, das gilt auch für Imperien und Kulturen. Was könnte diese Gesellschaft ablösen? Können wir uns eine Ordnung vorstellen, die nicht auf der Einteilung des Lebens in legitim und nicht-legitim, legal und illegal, Herrschende und Beherrschte basiert? Was könnte das letzte Verbrechen sein?

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Alles Verändern. Das Problem ist Eigentum

Claude, 20. März 2015, 01:06 Uhr

Die Grundlage des Kapitalismus sind Eigentumsrechte – ein weiteres soziales Konstrukt, dass wir von Monarchien und Aristokratien geerbt haben. Eigentum wechselt heutzutage schneller den Besitzer, das Konzept jedoch bleibt das selbe: Die Idee von Inhaberschaft legitimiert den Einsatz von Gewalt, um von Menschen erschaffene Ungleichheiten in Bezug auf Zugang zu Land und Ressourcen zu erzwingen.

Einige Leute glauben, dass Eigentum auch ohne den Staat existieren würde. Allerdings sind Eigentumsrechte ohne eine zentralisierte Autorität, die diese durchsetzen kann, bedeutungslos – und andersherum ist nichts wirklich deines, solange eine zentralisierte Autorität besteht. Das Geld, das du verdienst, ist geprägt vom Staat; es ist Steuern und Inflation unterworfen. Ob du dein Auto fahren darfst, hängt von der Zulassung des TÜV ab. Dein Haus gehört nicht dir, sondern der Bank, die dir den Kredit gegeben hat; selbst wenn du es abbezahlt hast, übertrumpft Enteignung immer noch jegliche Eigentumsurkunde.

Was würde es bedeuten, die Dinge, die uns wichtig sind, zu beschützen? Regierungen existieren nur auf Grundlage dessen, was sie uns genommen haben; sie werden immer mehr nehmen als geben. Der Markt belohnt uns nur dafür, unsere Mitmenschen auszunehmen, und andere dafür, uns auszunehmen. Die einzige wirkliche Absicherung liegt in unseren sozialen Bindungen: Wenn wir uns sicher fühlen wollen, brauchen wir Netzwerke gegenseitiger Hilfe, die in der Lage sind, sich selbst zu verteidigen.

Wenn unsere Beziehungen zu Dingen nicht durch Eigentumsrechte und Geld festgelegt werden, wären sie bestimmt durch die Beziehungen, die wir zueinander haben. Heutzutage ist es andersherum: Unsere Beziehungen zueinander werden bestimmt durch unsere Beziehungen zu materiellen Dingen. Eigentumsrechte abzuschaffen würde nicht bedeuten, dass du deinen Besitz verlierst; es würde bedeuten, dass weder die Polizei noch ein Börsencrash dir die Sachen, die du brauchst, wegnehmen kann. Anstatt einer Bürokratie zu gehorchen, würden wir bei den menschlichen Bedürfnissen anfangen; anstatt einen Vorteil aus den anderen zu ziehen, würden wir Vorteile aus unseren gegenseitigen Wechselbeziehungen ziehen.

Die schlimmste Angst der Gewinner dieser Gesellschaft ist eine Gesellschaft ohne Eigentum – denn in einer solchen Gesellschaft bekämen sie nur den Respekt, den sie sich auch verdienen. Ohne Geld bekommen die Menschen Anerkennung für das, was sie für andere tun, und nicht dafür, dass sie andere Menschen zwingen können, etwas zu tun. Ohne Profite muss jede Leistung schon an sich die Belohnung dafür sein – und so gäbe es keinen Ansporn mehr für bedeutungslose oder destruktive Aktivitäten. Die Dinge, die im Leben wirklich zählen – Leidenschaft, Freundschaft, Verständnis, … – gibt es im Überfluss. Es bedarf Hundertschaften von Polizisten und Sachverständigen, um die künstliche Knappheit zu schaffen, die uns in diesem Hamsterrad gefangen hält.

Alles Verändern. Ein anarchistischer Aufruf von crimethinc.com/tce