Scratchbook

Das Leben ist immer anders als die Realität.

1City1Song

Claude, 15. Dezember 2014, 14:06 Uhr

[mehr...]

Patente als System zur Verhinderung von Innovation

Claude, 11. Dezember 2014, 15:02 Uhr

“Patente fördern die Innovation”, hat ein Kumpel von mir behauptet. Das Gegenteil ist der Fall: Patente sind ein Kontrollsystem, um unliebsame Entwicklungen frühzeitig erkennen zu können und zu verhindern.

Das US-Patentamt hat ein geheimes System, um gezielt Patente aufzuhalten. Schon normale Patente brauchen in den USA im Durchschnitt knapp 30 Monate, um zugelassen zu werden. Bei Patenten, die Opfer dieses geheimen Systems werden, können ein paar Jahre hinzukommen.

Nehmen wir an, du bist Erfinder. Du hast ein Gerät erfunden, das Strom erzeugt, mit freier Energie. Oder ein Perpetuum Mobile. Oder ein UFO. Du meldest ein Patent an – und schon sind die Behörden darüber informiert. Natürlich sind den Konzernen, die an Strom oder Personentransport Geld verdienen, solche Geräte ein Dorn im Auge. Das Patent wird aufgekauft und verschwindet in der Schublade. Alter Käse.

Neuer Käse: Sensitive Application Warning System (SAWS) – ein Warnsystem für “heikle” Erfindungen. Geheime Dokumente kamen ans Licht, die die Existenz eines Systems beschreiben, unliebsame Patente zu verzögern.

Ein kleiner Einblick in die Liste der unliebsamen Erfindungen:

[mehr...]

Altersmischung

Claude, 10. Dezember 2014, 17:24 Uhr

“Nach einer Weile merkt man die Altersunterschiede gar nicht mehr. Es handelt sich nicht um große und kleine Kinder, kleine Kinder und große Erwachsene. Wir sind alle eine große Gemeinschaft. Jeder ist eine Person, nicht eine Zahl von Jahren.”

-Regina Leeb, Absolventin Booroobin Sudbury Democratic Center of Learning, Australien

Die Altersmischung in einer Sudbury-Schule fördert auf natürliche Weise die Fähigkeit der Kinder, zu denken und Probleme zu lösen, und bietet eine breit gefächerte Informationsquelle.
Die Altersmischung ermöglicht den freien Fluss des Zusammenspiels zwischen Menschen, die sich an unterschiedlichen Punkten ihres Reifungsprozesses befinden. Schüler eignen sich beim Beobachten anderer Lebensmodelle zahlreiche Mechanismen des Modellbauens an, die sie zu ihrem Vorteil nutzen können. Neue Lernanreize und Lernmotivationen bieten die Möglichkeit, eine Menge sehr überraschender und unvorhersehbarer Schritte zu machen. Dabei profitieren Kinder und Jugendliche verschiedenen Alters gleichermaßen voneinander.
Schüler lernen durch Nachahmen, Lehren, Erklären, Zeigen und durch Beobachtung. Die Altersmischung entspricht der gesunden menschlichen Motivation, von jeder verfügbaren Quelle zu lernen.
In einer Bildungsumgebung, in der jeder selbst bestimmt, womit er seine Zeit verbringt, ist es förderlich, dass Menschen verschiedenen Alters aufeinandertreffen, weil das Interesse an bestimmten Themen nicht bei allen im gleichen Alter auftaucht.
Durch Altersmischung können zu alldem wesentliche soziale Erfahrungen durch das gemeinsame Leben aufgebaut und entwickelt werden.

  • Helfen und Hilfe bekommen (Kooperationsfähigkeit, Fürsorge)
  • Achtung und Rücksichtnahme vor dem Anderssein und Anderskönnen (Toleranzfähigkeit und Integration)
  • Voneinander lernen und miteinander lernen (Teamfähigkeit und Kommunikation)

Das Miteinander von jüngeren und älteren Schülern mit unterschiedlichen Entwicklungsständen, Fähigkeiten und Interessen schärft das Bewusstsein für die Individualität des Einzelnen, führt aber andererseits auf der Basis demokratischer Strukturen und des respektvollen Umgangs untereinander zu einer Stärkung des Gemeinschaftsgefühls.

Erfahrungsbericht “Altersmischung”

Als ich meinen Kochkurs gab, hatte ich Zwölfjährige und 18-Jährige und alles dazwischen. Kochen lässt problemlos alle Grenzen verschwinden. Jahre später, als ich moderne Geschichte unterrichtete, hatte ich den zehnjährigen Adrian, der dort zusammen mit Jungen und Mädchen von bis zu 17 Jahren saß. Das Prinzip ist immer dasselbe: Wenn jemand etwas tun will, tut er es. Was zählt, ist das Interesse. Wenn etwas auf einem Fortgeschrittenen-Niveau stattfindet, zählt Fertigkeit. Eine Menge kleiner Kinder sind in etlichen Dingen viel erfahrener als ältere.
Wenn die Fertigkeiten und das Lerntempo nicht bei allen gleich sind, ist das der Punkt, an dem der Spaß beginnt. Die Kinder helfen sich gegenseitig. Sie müssen es, andernfalls würde die Gruppe als Ganzes zurückfallen. Sie wollen es, weil sie nicht um Zensuren oder goldene Sterne [so etwas wie Fleißbienchen] konkurrieren. Sie mögen es, weil es unheimlich befriedigend ist, einem anderen zu helfen und darin erfolgreich zu sein. Und es ist ungemein angenehm, das mit anzusehen. Überall, wohin man in der Schule sieht, begegnet man Altersmischung.

Dann gibt es eine emotionale Seite daran. Es erfüllt für einen 16-Jährigen ein wirkliches Bedürfnis, Vater oder Bruder zu spielen, wenn er am späten Nachmittag auf einer Couch sitzt und in Ruhe einem sich ankuschelnden Sechsjährigen etwas vorliest. Und dem Sechsjährigen gibt es ein tiefes Gefühl von Behaglichkeit und Sicherheit in einer Welt, in der ihn die ganze Zeit sehr große Leute umgeben. Es ist ein Gefühl des Selbstwerts, das eine Zwölfjährige bekommt, wenn sie geduldig einem 16-jährigen Anfänger die Funktionsweise eines Computers erklärt.
Und es gibt eine soziale Seite … Die jüngeren Kinder dienen den älteren als Familien-Modelle – in der Rolle als junge Geschwister oder eigene Kinder. Als Sharon mit vier Jahren auf unsere Schule kam, hatte sie gerade ihre Eltern verloren. Sie war in ihrem ersten Jahr jedermanns „eigenes Kind“; ihr wurde vorgelesen, man spielte mit ihr, unterhielt sich mit ihr, knuddelte sie. Wenn frühere Schüler mit ihren Babys oder Kleinkindern der Schule für einen Tag einen Besuch abstatten, findet man Teenager oft stundenlang mit den Kleinen spielen.
Und es gibt eine Lern-Seite. Kinder lieben es, von anderen Kindern zu lernen. Das Kind als Lehrer ist an den Schwierigkeiten des Schülers meist näher dran als der Erwachsene, da es selbst vor nicht allzu langer Zeit die gleichen Schwierigkeiten hatte. Die Erklärungen sind gewöhnlich einfacher, besser. Es gibt weniger Druck, weniger Beurteilung. Und es gibt einen riesigen Anreiz, zügig und gut zu lernen: dem Mentor gegenüber aufzuholen.
Kinder lieben es auch, anderen etwas beizubringen. Es gibt ihnen das Gefühl eines Wertes, das Gefühl von Fähigkeit. Wichtiger noch: Wenn sie anderen etwas beibringen, hilft ihnen das dabei, mit dem Stoff besser umgehen zu können; sie müssen sich Klarheit darüber verschaffen, es richtig verstehen. Also schlagen sie sich mit dem Stoff herum, bis es in ihrem eigenen Kopf glasklar ist, so klar, dass ihre Schüler es verstehen.

Die „Geheimwaffe“ Altersmischung ist ein Knüller. Sie erhöht das Lern- und das Lehrvermögen an der Schule gewaltig. Sie erschafft eine menschliche Umgebung, die dynamisch ist und der Lebenswirklichkeit entspricht. Die Schule ist oft mit einem Dorf verglichen worden, in dem alle sich mischen, jeder lernt und lehrt und Vorbild ist und hilft und zankt – und seine Rolle im Leben spielt. Ich denke, das ist ein gutes Bild.
(Daniel Greenberg, Endlich frei! Seite 73 ff.)

Vertrauen ins Lernen

Claude, 10. Dezember 2014, 15:23 Uhr

Das Königreich der Kindheit

Claude, 5. Dezember 2014, 14:43 Uhr

Die Sudbury Valley School ist ein Ort, an dem jeder für sich selbst entscheidet, wie er seinen Tag verbringt. Schüler jeden Alters entscheiden, was sie tun – genau so wie sie entscheiden, wann, wie und wo sie es tun. Diese Freiheit steht im Mittelpunkt der Schule; sie ist ein Recht der Schüler, das nicht verletzt werden darf.

Die Grundlagen der Schule sind einfach: Alle Menschen sind von Natur aus neugierig. Das effizienteste, langanhaltendste und tiefgründigste Lernen findet statt, wenn es vom Lernenden ausgeht und von ihm ausgeübt wird. Alle Menschen sind kreativ, wenn man ihnen ermöglicht, ihre einzigartigen Talente zu entfalten. Altersmischung unter den Schülern fördert die Entwicklung aller Mitglieder der Gruppe. Und: Freiheit ist entscheidend für die Entwicklung persönlicher Verantwortung.

In der Praxis heißt das, daß die Schüler alle ihre Aktivitäten selbst initiieren und sich ihre eigene Umgebung schaffen. Das Gelände, die Mitarbeiter und die Ausstattung sind da, um von den Schülern genutzt zu werden, wenn ihnen danach ist. Die Schule bietet eine Umgebung, in der die Schüler unabhängig sind, in der ihnen vertraut wird und in der sie als verantwortliche Menschen behandelt werden.

Die Sudbury Valley School wurde 1968 gegründet. Sie befindet sich auf einem vier Hektar großen Gelände, das an ausgedehnte Naturschutzgelände angrenzt. Ein Mühlteich bietet Gelegenheit zum Angeln und Schlittschuhlaufen. Die alte Villa aus Stein und die Scheune sind größtenteils wie eine Wohnung eingerichtet. Die Atmosphäre an der Schule ist entspannt und unförmlich.

Egal, wie spät es ist, und egal, wie alt sie sind, alle Schüler an der Schule machen das, was sie wollen. Für gewöhnlich heißt das, daß sie Dinge tun, die in den meisten anderen Schulen nicht getan werden, und zwar mit großer Intensität und Konzentration. Meistens kümmern sich die Schüler nicht darum, ob dabei “Lernen” stattfindet. Das zu tun, was man will, ist das übliche; Lernen ist das Nebenprodukt.

An der Schule wimmelt es nur so vor Aktivität. Erwachsene und Schüler jeden Alters mischen sich nach Belieben. Überall findet man Leute, die sich unterhalten, die lesen und spielen. Manche sind vielleicht im Fotolabor und entwickeln oder drucken Fotos. Manche sind vielleicht in einem Karate-Kurs oder spielen auf den Matten im Tanzraum. Jemand baut vielleicht ein Bücherregal in der Holzwerkstatt, oder gestaltet eine Kettenhemd-Rüstung und erörtert mittelalterliche Geschichte. Fast immer macht jemand auf die eine oder andere Weise Musik, und andere hören der Musik zu. Vielleicht sieht man jemanden Französisch, Biologie oder Algebra lernen. Es wäre höchst ungewöhnlich, wenn man nicht einige Leute irgendwo mit Computerspielen beschäftigt fände, oder mit Schach. Einige Leute erledigen im Büro die Verwaltungsarbeit der Schule; einige sind in Rollenspiele vertieft; andere Proben ein Theaterstück. Manche tauschen Sticker und andere tauschen ihr Lunch. Eine Gruppe verkauft vielleicht selbstgemachte Pizza, um Geld für eine Aktivität zusammen zu bekommen – vielleicht müssen sie einen neuen Brennofen kaufen oder wollen einen Ausflug machen. Im Kunst-Raum zeichnen Leute; sie könnten auch nähen, malen oder mit Ton arbeiten, entweder mit der Töpferscheibe oder nur mit den Händen.

Immer gibt es Menschen, die glücklich und beschäftigt spielen, drinnen und draußen, zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter. Immer gibt es Gruppen, die sich unterhalten, und immer gibt es Einzelpersonen, die hier und da still lesen.

Eine der Sachen, die den meisten Erwachsenen bei Sudbury Valley als erstes auffällt, ist die Leichtigkeit der Kommunikation. Leute, egal welchen Alters, behandeln sich mit zwanglosem Respekt. Es gibt eine angenehme Atmosphäre des Selbstvertrauens, des Vertrauens das typisch für Menschen ist, die die Ziele verfolgen, die sie sich selbst gesetzt haben. Es ist fast nie ruhig, die Atmosphäre ist mit Enthusiasmus geladen, aber nicht chaotisch oder frenetisch.

Die Schüler an Sudbury Valley tun, was sie wollen, aber sie suchen sich nicht unbedingt das aus, was ihnen leicht fällt. Näheres Hinsehen zeigt, daß sie sich immer selbst herausfordern, daß sie sich ihrer eigenen Stärken und Schwächen sehr bewußt sind und wahrscheinlich gerade an ihren Schwächen hart arbeiten. Neben ihrer überschäumenden guten Laune gibt es eine grundlegende Ernsthaftigkeit – selbst die Sechsjährigen wissen, daß sie, und nur sie, für ihre Bildung verantwortlich sind. Ihnen ist sehr bewußt, daß junge Menschen fast beinahe überall auf der Welt nicht so viel Freiheit und so viel Verantwortung bekommen.

Obwohl die Schule keinen Lehrplan hat, gibt es einige Gewißheiten darüber, was die Schüler lernen. Sie lernen sich selbst kennen. Sie lernen, um das, was sie wollen, zu bitten und danach zu streben, es zu bekommen. Sie lernen, über ethische Fragen nachzudenken. Sie lernen, sich zu konzentrieren. Sie lernen, etwas zu versuchen und Erfolg zu genießen, und sie lernen, es noch mal zu versuchen, wenn sie es beim ersten Mal nicht geschafft haben.

Die Schule wird nach dem Modell des traditionellen New England Town Meetings regiert. Die alltäglichen Angelegenheiten werden auf der wöchentlichen Schulversammlung (School Meeting) geregelt, bei der jeder Schüler und jeder Lehrer eine Stimme hat. Auf der Schulversammlung werden durch Diskussion und Abstimmung Verhaltensregeln, Benutzung von Geräten, finanzielle Ausgaben, Einstellung von Mitarbeitern und all die Abläufe des Betreibens einer Schule beschlossen. Auf diese Weise tragen die Schüler die volle Verantwortung für den effektiven Ablauf und die Lebensqualität an der Schule.

Mit Verletzungen der Regeln befaßt sich das Justizsystem der Schulversammlung, an dem jedes Mitglied der Schulgemeinschaft teilnimmt. Die faire Justizverwaltung ist ein wesentliches Merkmal der Sudbury Valley School und trägt viel zum Vertrauen der Schüler in die Schule bei.

Sudbury Valley bietet jenen Schülern einen High-School-Abschluß an, die in der Lage sind zu zeigen, daß sie bereit sind, sich als verantwortungsbewußte Mitglieder in der Gesellschaft zurechtzufinden. Abgänger gehen aufs College und auf Universitäten überall im Inland und im Ausland. Die meisten werden an der von ihnen gewünschten Schule aufgenommen. Andere Abgänger haben sich direkt in die Welt des Geschäfts, des Handeln, der Kunst, des Handwerks und der technischen Berufe begeben.

Hinter diesen Beschreibungen liegt die Realität der Schule: ein Ort, an dem Freiheit hochgeschätzt wird, an dem gegenseitiger Respekt die Norm ist, an dem Kinder und Erwachsene sich bei einander wohlfühlen, an dem Lernen in das Leben integriert ist.

http://kraetzae.de/schule/sudbury/aufwachsen/

Eine Schule als Hackerspace: Die Sudbury Valley School

Claude, 5. Dezember 2014, 14:39 Uhr

Der Schultyp, der hier im folgenden beschrieben werden soll, mag utopisch klingen, ist jedoch lebendige Realität: Die älteste dieser Schulen, die Sudbury Valley School in Framingham (Massachusetts, USA), existiert schon seit 1968. Mittlerweile gibt es weltweit, auf vier Kontinenten, mehr als 30 Schulen nach dem Modell der Sudbury Valley School. Immer wieder hat sich in diesen Schulen eindrucksvoll gezeigt, mit welcher Freude, mit welcher Konzentration und welch beachtlichen Ergebnissen Kinder und Jugendliche in Freiheit Lernen. Die Sudbury Valley School ist ein wahres „Erfolgsmodell“, das nun hier als staatliches Bildungsangebot in Serie gehen könnte.

Allgemeines

Diese Schule umfaßt zwischen etwa 20 und 250 Schülern und je nach Schülerzahl drei bis zwölf Mitarbeiter. Die jüngsten Schüler sind etwa vier Jahre alt, die ältesten ungefähr 20. Das „Eintrittsalter“ variiert von Schüler zu Schüler, aber grundsätzlich ist es nie zu spät, Schüler dieser Schule zu werden, und aufhören kann man natürlich auch zu jeder Zeit.

Die Schüler können den ganzen Tag über tun und lassen, was sie wollen, sofern sie dabei niemand anderes stören. Sie können die Schule und das Schulgelände jederzeit und ohne Begründung verlassen. Es gibt keine Pflichtveranstaltungen, höchstens gegenseitige freiwillige Vereinbarungen zwischen Mitarbeitern und Schülern und auch zwischen Schülern untereinander.

Schüler und Mitarbeiter sind völlig gleichberechtigt. Die Schüler duzen die Mitarbeiter und reden sie mit dem Vornamen an, und umgekehrt ist es natürlich genauso. Die Beziehungen zwischen den Schülern und den Mitarbeitern unterscheiden sich kaum von den Beziehungen der Schüler untereinander. Die Atmosphäre in der Schule ist locker und familiär.

Die Schüler werden nicht nach dem Alter getrennt. Klassen gibt es nicht. Freundschaften und Interessengemeinschaften wie Lerngruppen entstehen über Altersunterschiede hinweg.


Ulysses, Amelia, Lucie, and Cady, students at the Hudson Valley Sudbury School in Woodstock, look at playground design possibilities.

Leben und Lernen

Unterricht im herkömmlichen Sinne ist die Ausnahme und kommt nur zustande, wenn Schüler dies ausdrücklich wünschen. Lernen ist voll im Leben integriert. Daß die Schule ein Lebensort ist, zeigt sich auch daran, daß sie ähnlich wie eine große Wohnung eingerichtet ist. Klassenräume gibt es nicht.

Einige sitzen still irgendwo in der Gegend und lesen ein Buch, andere unterhalten sich oder diskutieren über irgend etwas und noch andere spielen, machen Sport, surfen im Internet, lesen Zeitung, zeichnen, machen Musik, träumen, usw. Irgendeine Sache klappt nicht so, wie man es sich gedacht hatte, also überlegt man, wie man das Problem lösen kann. Man will irgendwas wissen, also versucht man, es herauszufinden. Manche Sachen probiert man einfach aus, andere läßt man sich von jemandem erklären. Einen Teil lernt man dadurch, daß man Erwachsenen zusieht, wie sie eine Sache tun, oder dadurch, daß man es mit ihnen zusammen tut. Aber das meiste, was man lernt, lernt man von anderen Kindern; und es hat mit dem Leben zu tun – wie man lebt und wie Sachen geschehen. Das meiste kommt vom Herumsitzen und Reden: ein Gedanke kommt auf und entwickelt sich von sich aus weiter. Oft ist einem gar nicht bewußt, daß man lernt. Lernen passiert ganz natürlich, wie atmen auch. Hier wird nicht Zeit abgesessen, sondern hier findet aktives Leben statt.

Daß es in so einer Schule keinen Lehrplan gibt, ist klar. Jeder beschäftigt sich damit, wofür er sich interessiert. Niemand kann einen anderen zum Lernen zwingen. Jeder Schüler entscheidet selbst, welche Themen wichtig sind, und welche nicht. Der Schüler hat die volle Verantwortung für sein Lernen und seine Aktivitäten an der Schule. Niemand hat das Recht, sich in seine Aktivitäten einzumischen – solange der Schüler durch diese nicht das Recht anderer, das gleiche zu tun, verletzt. Es gibt keine Höherbewertung akademischer Themen gegenüber anderen Beschäftigungen. Auch sind die Schüler keiner ständigen Aufsicht durch die Mitarbeiter ausgesetzt.

Die Mitarbeiter drängen sich also nicht auf, sondern stehen zur Verfügung. Da die Schüler hauptsächlich alleine oder von anderen Kindern lernen und Erwachsene nur gelegentlich zu Rate ziehen, werden an Sudbury-Schulen insgesamt nicht so viele Mitarbeiter benötigt wie an traditionellen Schulen. Und während es an den meisten Schulen Lehrer, Hausmeister, Reinigungspersonal und Verwaltungsleute als getrennte Berufe gibt, gibt es an Sudbury-Schulen einfach nur Mitarbeiter. Falls gerade kein Schüler ihre Mitarbeit benötigt, kümmern sich die Mitarbeiter z.B. um Verwaltungsarbeit oder gehen ihren eigenen Interessen nach.

Zensuren oder andere vergleichbare Bewertungen gibt es natürlich nicht. Wer eine Rückmeldung über seine Fähigkeiten haben will, kann einen Mitarbeiter oder andere Schüler um eine Einschätzung bitten. Wer dies unbedingt will, kann sich auch freiwilligen Tests unterziehen, die dann nur dem Schüler zur Information dienen, zu mehr nicht.

Im Laufe der Zeit entwickeln die Schüler spezielle Interessen, denen sie sehr ausgiebig nachgehen, zum Beispiel Musikinstrumente spielen, Computer programmieren, Latein lernen, Philosophie, höhere Mathematik, Quantenphysik, Chemie, usw. Meistens beschäftigen sie sich mit diesen Sachen nicht deshalb, weil sie in ihrem Leben eine Rolle spielen würden, sondern weil sie sich selbst herausfordern wollen. Die Schüler tun überwiegend nicht die Sachen, die ihnen leicht fallen, sondern gerade die, die ihnen schwer fallen. Sie sind sich ihrer Stärken und Schwächen sehr bewußt und arbeiten hart an Letzteren. Und wenn sie etwas nicht auf Anhieb schaffen, versuchen sie es eben noch mal und noch mal, bis sie ihr Ziel erreicht haben. Sie erreichen Höchstleistungen, die nicht durch Drill und Zwang, sondern nur durch Freiwilligkeit erreicht werden können.

[mehr...]

Über Wahlmanipulation, Schildbürger und Rassisten

Claude, 3. Dezember 2014, 11:57 Uhr

Mediendiktatur. So nennt sich die “Demokratie, die von den Medien gesteuert wird”.

Auf jedem Werbeplakat waren in letzter Zeit Dinge zu lesen wie: “Ecopop Nein” “Abstellgleis” und “gefährlich”. Wer sich mal hingesetzt hat, und sich generell Gedanken über seine politische Position gemacht hat, den lassen solche Plakate, Angstmachereien und Manipulationen kalt.

Es ist völlig klar, die Schweiz ist zu klein, der Platz ist begrenzt für noch mehr. Das habe ich mir schon vor einem Jahr so aufgeschrieben. Und wenn jetzt die Natur gefährdet ist, weil noch mehr Wohnflächen gebaut werden müssen – tschüss, nein, wir brauchen nicht noch mehr. Die Natur hat Vorrang. Warum wandern Flüchtlinge eigentlich nicht dorthin, wo es genug Platz hat? Nach Australien zum Beispiel? Wir könnten Australien ja fragen, ob sie zur Schweiz beitreten wollen, wenn es euch so wichtig ist, dass Flüchtlinge “Hauptsache in die Schweiz” einwandern sollen. Das hat etwas mit Platz und der verfügbaren Infrastruktur zu tun, Dummerchen.

[mehr...]

Star Wars: The Force Awakens

Claude, 28. November 2014, 20:36 Uhr

Och GEIL! Das könnte mal wieder ein richtiger Star Wars Film werden! Im richtigen Star Wars Universum; mit Jedirittern, Sturmtruppen, Chewbacca, X-Wing und Tie-Fightern. Und der Millennium Falcon! So wie sich das gehört.

(Der Jar-Jar Binks Schrott; Episode 1 bis 3, das waren keine Star Wars Filme. Genausowenig wie die Copyrightverletzungen namens “Casino Royale”, “Quantum of Solace” und “Skyfall”, die sich “James Bond” nennen, aber keine James Bond Filme sind, sondern eine billige RTL-Schafseckelproduktion. Da fehlten Schlüsselelemente, die für solche Klassiker einfach unentbehrlich sind. Zu einem richtigen James Bond Film gehört der Blick durch’s Kanonenrohr in der Eröffnungssequenz. Q und seine Werkstatt. M. James Bond Musik. Jede Menge Gadgets und Technik. Geschüttelt, nicht gerührt. Die Krawatte richten nach einer Wasserfeuerschlammschlacht mit Torpedoabschüssen und Sprung ab einem Tausendkilometerstaudamm mit dem Raketenrucksack. Ihr wisst, was ich meine.)

Und zu einem Star Wars Film gehören Jediritter, Sturmtruppen, Chewbacca, Han Solo, Luke Skywalker, R2-D2, C-3PO, X-Wing und Tie-Fighter, Sternzerstörer, Y-Wing. Und die Millennium Falcon. Zwingend.

Ich bin gespannt! Dezember 2015 ist aber noch eine EWIGKEIT :-(

Strategie der Spannung

Claude, 20. November 2014, 16:04 Uhr

Die Strategie der Spannung (nachrichtendienstlicher bzw. politischer Begriff, vom ital. strategia della tensione) ist ein Oberbegriff für einen Komplex aus verdeckten Maßnahmen zur Destabilisierung oder Verunsicherung von Bevölkerungsteilen, einer Region oder eines Staates, ausgeführt oder gefördert durch staatliche Organe.

[mehr...]

Merlot

Claude, 17. November 2014, 09:48 Uhr