Scratchbook

Das Leben ist immer anders als die Realität.

Startups: Let’s Talk About Depression

Claude, 6. März 2015, 11:33 Uhr

We’re interested in using Product Hunt as a megaphone to discuss the issues we care about and can address. Mental health is one of them.

Anxiety. Depression. Burnout.

We don’t really talk about it. Many people go through it, but most people suffer alone.

We want to kickstart a conversation in tech around stress and mental health, and to create a space where it’s okay for people to feel depressed and to talk about it. These feelings aren’t just okay, they’re human.

Startups can be particularly lonely because there’s a huge cognitive dissonance — everyone has to pretend they’re always killing it — to fuel the hype machine for investors, customers, and press. However, most of the time—given the failure rate of startups—most people’s businesses are dying, slowly and painfully. It’s not founders’ faults — this dissonance is built in the game. We’re trying to will something to existence. “Fake it until we make it” is almost part of the job description.

Which sparks a negative cycle: we pretend to be killing it all the time, so we don’t talk about how we’re struggling. Because we don’t talk about how we’re struggling, we don’t know that other people are struggling, too. Because we don’t know others are struggling, we feel alone and weak. One thing leads to another, and then one day we can’t get out of bed and we don’t know why.

People close to me have struggled with depression, and I’ve seen how it can plague — and end — the most promising of lives. While I’ve been fortunate not to suffer in that way, I’ve struggled with various forms of burnout. It wasn’t until I learned that people I admired also struggled with these feelings that I learned to be okay with it. Sharing and listening to my peers helped. Everyone sees the accomplishments but they don’t see the hardships. Having a community to share the lows with can keep you sane and even save your life.

At a tech conference a few months ago, I asked a crowd of a few hundred people if they had experienced some sort of serious burnout. Nearly everyone’s hands went up. Then I asked if these people had ever seen a therapist. No hands went up. One shy person raised their hand and said “I used to, but not anymore” a bit too declaratively.

Why aren’t we seeking help when we need it? Why do we shy away from talking about stress until it becomes serious? Why do we stigmatize therapy, depression, or even just checking in with each other?

https://medium.com/@eriktorenberg_/startup-founders-let-s-talk-about-depression-3e665dbd747d

Alles Verändern. Das Problem sind Anführer

Claude, 2. März 2015, 16:19 Uhr

Herrschaft ist eine soziale Unordnung, in der der Großteil der Teilnehmer darin versagt, Initiative zu ergreifen und über ihre eigenen Handlungen kritisch nachzudenken. Solange wir Handlungsfähigkeit als Eigentum spezifischer Individuen und nicht als soziale Beziehung betrachten, werden wir immer abhängig sein von Herrschern – und von ihrer Gnade. Wirklich vorbildliche Führungspersönlichkeiten sind genauso gefährlich wie die offensichtlich korrupten: All ihre lobenswerten Eigenschaften stärken lediglich ihren Status und die Unterwürfigkeit Anderer, ganz abgesehen davon, dass sie so Herrschaft insgesamt legitimieren.

Wenn die Polizei zu einem Protest oder zu einer Demonstration kommt, fragt sie immer zuerst nach “dem Verantwortlichem” – nicht etwa weil Herrschaft essentiell für kollektive Aktionen ist, sondern weil sie eine Schwachstelle darstellt. Als die Konquistadoren in der so genannten Neuen Welt ankamen, stellten sie dieselbe Frage; und wo immer sie eine Antwort bekamen, ersparte dies ihnen jahrhundertelange Probleme, die lokale Bevölkerung zu bändigen. So lange es einen Anführer gibt, kann dieser ernannt, ersetzt oder als Geisel genommen werden. Im besten Fall ist die Abhängigkeit von Herrschern eine Achillesferse; im schlimmsten Fall reproduziert diese Abhängigkeit die Interessen und Machtstrukturen der Herrschenden innerhalb derjenigen, die ihnen eigentlich gegenüberstehen.

Es ist besser, wenn jeder nach seinen eigenen Vorstellungen handelt und Verantwortung für sich selbst übernimmt.

Alles Verändern. Ein anarchistischer Aufruf von crimethinc.com/tce

Alles Verändern. Das Problem ist Repräsentation

Claude, 2. März 2015, 16:06 Uhr

Nur durch Handeln kannst du dich selbst ermächtigen; deine Interessen kannst du nur kennen lernen, wenn du dich entsprechend ihnen verhältst. Wenn alle Bemühungen, Einfluss auf die Welt auszuüben, erst durch Vermittlung durch Repräsentanten oder durch die Vorschriften der Institutionen kanalisiert werden müssen, werden wir voneinander und von unserem Potential entfremdet. Jeder Aspekt unserer Handlungsfähigkeit, den wir abgeben, taucht als etwas unbekanntes und feindliches uns gegenüber wieder auf. Die uns immer wieder enttäuschenden Politiker zeigen uns lediglich, wie viel Macht wir über unsere Leben aufgegeben haben; Polizeigewalt ist die düstere Konsequenz aus unserem Verlangen, die persönliche Verantwortung für das Geschehen in unseren Vierteln abzugeben.

Im digitalen Zeitalter, in dem wir alle permanent unsere Darstellung nach Außen verwalten, ist unsere Selbstwahrnehmung zu etwas kraftraubendem Externen geworden. Wären wir nicht derart isoliert voneinander, stünden wir nicht im kontinuierlichen Wettbewerb darum, uns auf allen möglichen professionellen und sozialen Märkten zu verkaufen. Würden wir dann so viel Zeit und Energie in diese Profile stecken? In die goldenen Waben, geformt nach unserem eigenem Bild?

Wir sind nicht reduzierbar. Weder Delegierte noch Abstraktionen können für uns einstehen. Durch das Reduzieren menschlicher Wesen und Erfahrungen auf demographische Schichten, auf bloße Daten, verlieren wir den Blick für alles kostbare und einzigartige in dieser Welt. Wir brauchen Präsenz, Unmittelbarkeit, direkten Kontakt miteinander und Kontrolle über unser Leben – etwas, dass uns kein Repräsentant und keine Repräsentation geben kann.

Alles Verändern. Ein anarchistischer Aufruf von crimethinc.com/tce

Alles Verändern. Das Problem sind Grenzen

Claude, 1. März 2015, 11:38 Uhr

Wenn eine fremde Armee in ein Land einmarschiert, die Wälder rodet, die Flüsse vergiftet und den Heranwachsenden Treueschwüre abverlangt – wer würde sich nicht bewaffnet zur Wehr setzen? Wenn jedoch die lokale Regierung das gleiche macht, stellen Patrioten bereitwillig Gehorsam, Steuern und ihre Kinder zur Verfügung.

Grenzen schützen uns nicht, sie spalten uns – sie erschaffen nutzlose Spannungen mit den Ausgeschlossenen und verdunkeln die realen Unterschiede unter den Eingeschlossenen. Selbst die demokratischsten Regierungen basieren auf dieser Spaltung in Teilnehmer und Aussenseiter, legitim und illegitim. Im antiken Athen, dem berühmten Geburtsort der Demokratie, war nur eine kleine Zahl der Männer in den politischen Prozess involviert, die Gründerväter der modernen Demokratie waren Sklavenhalter. Die Staatsangehörigkeit erzeugt immer noch eine Grenze zwischen Teilnehmenden und Ausgeschlossenen dieser Gesellschaft und entzieht so hunderttausenden oder gar Millionen Menschen ohne Papiere die Kontrolle über ihre Leben.

Es gibt die linke Idee, die Grenzen der Inklusion so weit zu expandieren, bis die gesamte Welt in ein umfassendes demokratisches Projekt integriert ist. Ungleichheit ist aber in den Strukturen vorprogrammiert. Auf jeder Ebene dieser Gesellschaft unterteilen uns tausende kleine Grenzen in mächtig und ohnmächtig: Sicherheitskontrollen, Auskünfte zur Kreditwürdigkeit, Datenbankpasswörter, Preisschilder.

Wir brauchen Formen der Zusammengehörigkeit, die nicht von Ausschluss bestimmt sind, die nicht Macht und Legitimität zentralisieren, die Empathie nicht auf kleine geschlossene Gemeinschaften beschränken.

Alles Verändern. Ein anarchistischer Aufruf von crimethinc.com/tce

Alles Verändern. Das Problem ist Hierarchie

Claude, 1. März 2015, 00:13 Uhr

Es gibt viele verschiedene Mechanismen, um Ungleichheiten zu legitimieren und aufrechtzuerhalten. Manche davon brauchen einen zentralisierten Apparat, wie zum Beispiel das Gerichtswesen. Andere funktionieren subtiler, wie zum Beispiel Geschlechterrollen.

Einige dieser Mechanismen sind mittlerweile komplett in Verruf geraten. Wenige glauben noch an das gottgegebene Recht von Königen, obwohl jahrhundertelang gar keine andere Gesellschaftsform vorstellbar war. Andere bleiben so tief verwurzelt, dass wir uns ein Leben ohne sie gar nicht vorstellen können. Können wir uns eine Welt ohne Eigentumsrecht vorstellen? All diese Vorstellungen sind bloss soziale Konstrukte; sie sind real, aber nicht unvermeidbar. Die Existenz von Landbesitzern und CEOs ist nicht natürlicher, notwendiger oder nützlicher als die Existenz von Kaisern.

All diese Mechanismen haben sich gemeinsam entwickelt und sich gegenseitig verstärkt. Die Geschichte des Rassismus ist zum Beispiel kaum von der Geschichte des Kapitalismus zu entwirren: Weder das eine noch das andere ist vorstellbar ohne Kolonisation, Sklaverei oder der Trennung nach Hautfarben, die die Arbeiter spaltete und immer noch festlegt, wer in den Gefängnissen und Armenvierteln dieser Welt lebt. Ebenso könnte individueller Rassismus ohne die Infrastruktur des Staates und anderer Hierarchien dieser Gesellschaft niemals zu strukturellem Rassismus führen. Dass in den USA ein Schwarzer Präsident den Vorsitz über diese Strukturen inne haben kann, bestärkt sie nur: Es ist die Ausnahme, die die Regel bestätigt.

Mit anderen Worten: So lange es die Polizei gibt, wen glaubst du, wird sie schikanieren? So lange es Gefängnisse gibt, wer wird in ihnen sitzen? So lange es Armut gibt, wer wird deiner Meinung nach arm sein? Es ist naiv zu glauben, dass in einer Gesellschaft, die auf Hierarchien basiert, Gleichberechtigung geschaffen werden könnte. Du kannst zwar die Karten neu mischen, aber das Spiel bleibt das gleiche.

Alles Verändern. Ein anarchistischer Aufruf von crimethinc.com/tce

Alles Verändern. Das Problem ist Kontrolle

Claude, 28. Februar 2015, 23:59 Uhr

Was sind die Anzeichen dafür, dass du dich in einer von Missbrauch geprägten Beziehung befindest? Der Täter versucht vielleicht, dein Verhalten zu kontrollieren, oder dir deine Gedanken zu diktieren; deinen Zugang zu Ressourcen zu blockieren oder zu regulieren; dir Gewalt anzudrohen; oder dich in Abhängigkeit unter ständiger Überwachung zu halten.

So kann das Verhalten individueller Täter beschrieben werden, so kann aber auch das Verhalten vom Steueramt, dem Verfassungsschutz oder der meisten anderen Institutionen, die unsere Gesellschaft regieren, beschrieben werden. All diese Institutionen basieren auf der Idee, dass menschliche Wesen kontrolliert, geführt und verwaltet werden müssen.

Je größer das Ungleichgewicht, desto mehr Kontrolle ist nötig, um es aufrecht zu erhalten. Auf der einen Seite des Macht-Kontinuums wird Kontrolle brutal auf individueller Basis ausgeübt: Durch Drohnenangriffe, Polizei-Spezialeinheiten, Isolationshaft, rassistischen Kontrollen und Hausdurchsuchungen. Auf der anderen Seite ist sie allgegenwärtig und unsichtbar in die Infrastruktur unserer Gesellschaft eingebaut: Die Berechnung von Schufa-Auskünften, die Art und Weise, wie Statistiken erhoben werden und in Stadtplanung verwandelt werden, der Aufbau von Online-Dating-Seiten und Social Media Plattformen. Die NSA sieht, was wir online machen, aber sie übt nicht so viel Kontrolle über unsere Realität aus wie die Algorithmen, die bestimmen, welche Inhalte uns angezeigt werden, wenn wir uns einloggen.

Wenn die unendlichen Möglichkeiten des Lebens auf ein Feld von Optionen – einkodiert durch Einsen und Nullen – reduziert wurden, wird es keine Reibung mehr zwischen dem System, in dem wir leben, und dem Leben, das wir uns vorstellen, geben – nicht weil wir die absolute Freiheit erreicht haben, sondern weil wir ihr Gegenteil perfektioniert haben werden. Freiheit bedeutet nicht, zwischen Optionen zu wählen, sondern die Fragen zu formulieren.

Alles Verändern. Ein anarchistischer Aufruf von crimethinc.com/tce

Alles Verändern. Anfangen mit Revolte

Claude, 27. Februar 2015, 21:41 Uhr

Fanatiker geben üblicherweise einer spezifischen Gruppe die Schuld für ein systemisches Problem – Antisemiten sehen „Raubtierkapitalisten“, Rechtspopulisten beschuldigen Hartz IV-Empfänger und Refugees. Allgemein wird oft individuellen Politiker die Schuld für die korrupte Politik gegeben. Das Problem jedoch ist das System an sich. Ganz egal, wer die Zügel in der Hand hält, die Institutionen bringen immer die gleichen Demütigungen und Ungleichheiten hervor. Nicht etwa, weil sie fehlerhaft sind, sondern weil sie genau dazu da sind.

Unsere Feinde sind nicht Menschen. Es sind Institutionen und Gewohnheiten, die uns voneinander und von uns selbst entfremden. Es gibt mehr Konflikte in uns selbst, als zwischen uns. Die selben Brüche, die sich durch unsere Zivilisation ziehen, ziehen sich auch duch unsere Freundschaften und unsere Herzen. Es handelt sich nicht um einen Kampf zwischen Menschen, sondern um einen Kampf verschiedener Beziehungsformen und Lebensweisen. Wenn wir unsere Rollen innerhalb der herrschenden Ordnung verweigern, öffnen wir diese Brüche und laden Andere ebenfalls dazu ein, Farbe zu bekennen.

Wir wollen Herrschaft insgesamt abschaffen – nicht ihre Details vernünftiger verwalten, nicht die Positionen neu mischen, wer befiehlt und wer gehorcht, nicht das System durch Reformen stabilisieren. Statt nach legitimeren Gesetzen oder Gesetzgebenden zu verlangen, lasst uns lieber unsere eigenen Stärken erkennen und lernen, sie gemeinsam zu nutzen. Es geht nicht um einen Krieg, einen binären Konflikt zwischen zwei militarisierten Feinden, sondern um ansteckenden Ungehorsam.

Es ist nicht genug, einfach nur zu propagieren und zu diskutieren und darauf zu warten, dass die Herzen und der Verstand der Anderen sich ändern werden. Solange Ideen nicht aktiv ausgedrückt werden und dadurch Menschen mit konkreten Wahlmöglichkeiten konfrontieren, bleiben die Gespräche abstrakt. Die Meisten bleiben theoretischen Diskussionen fern, aber wenn etwas passiert, wenn es mit hohem Einsatz um bedeutende Unterschiede geht, werden sie Stellung beziehen. Wir brauchen keine Einstimmigkeit, kein komplettes Verständnis der ganzen Welt und auch keine Karte, die uns zu einem bestimmten Ziel führt – wir brauchen lediglich den Mut, einen anderen Weg einzuschlagen.

Alles Verändern. Ein anarchistischer Aufruf von crimethinc.com/tce

Alles Verändern. Anfangen mit der Befreiung der Wünsche

Claude, 27. Februar 2015, 21:23 Uhr

Für uns, in dieser Gesellschaft Aufgewachsene, sind nicht einmal unsere Leidenschaften unsere eigenen: Sie sind geprägt von Werbung und anderen Formen der Propaganda, die uns immer weiter im Hamsterrad des Marktes laufen lassen. Dank der Indoktrination können die Menschen zufriedengestellt werden, wenn sie Dinge tun, die sie langfristig ruinieren. So sind wir gefangen in unserem Leid und unsere Freuden sind das Siegel.

Um wirklich frei zu sein, müssen wir auf den Prozess, der unsere Wünsche produziert, Einfluss nehmen. Befreiung bedeutet nicht nur, unsere heutigen Wünsche zu befriedigen, sondern auch, unseren Sinn für das Mögliche zu erweitern, damit sich unsere Wünsche gemeinsam mit den Realitäten, die sie uns erschaffen lassen, weiterentwickeln. Das bedeutet, den Gefallen, den wir an Befehlen, Herrschaft oder Besitz empfinden, abzulegen, und Freuden aufzuspüren, die uns aus der Maschinerie von Gehorsam und Wettbewerb herausreißen. Wenn du jemals eine Abhängigkeit überwunden hast, war das eine Kostprobe dessen, was es bedeutet, deine Wünsche zu wandeln.

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Alles Verändern. Anfangen mit der Versöhnung von Individualität und dem großen Ganzen

Claude, 25. Februar 2015, 21:31 Uhr

“Deine Freiheit endet dort, wo die Freiheit der anderen beginnt.” Nach dieser Logik müsste es, je mehr Menschen es gibt, umso weniger Freiheit geben.

Doch Freiheit ist keine kleine Blase von persönlichen Rechten. So einfach kann man uns nicht unterscheiden. Gähnen und Lachen sind, genau wie Euphorie und Verzweiflung, ansteckend. Ich bin eine Komposition aus den Klischees in meinem Kopf, den Ohrwürmern die ich habe, und den Launen, die ich von meinen Mitmenschen aufnehme. Wenn ich mit dem Auto fahre, verschmutze ich die Atmosphäre, die du atmest; wenn du Pharmazeutika nutzt, sickern sie ins Grundwasser, das von allen getrunken wird. Das System, das von allen anderen akzeptiert wird, ist das, unter dem du leben musst – aber wenn andere Leute es in Frage stellen, bekommst auch du die Chance, deine Realität neu auszuhandeln. Deine Freiheit beginnt, wo meine beginnt und endet dort, wo meine endet.

Wir sind keine für sich alleinstehende Individuen. Unsere Körper stehen in einer Symbiose mit tausenden Spezies: Statt geschlossenen Festungen sind sie andauernde Prozesse, durch die ständig Mineralien und Mikroben passieren. Wir leben in einer Symbiose mit weiteren tausenden Spezies, Kornfelder atmen das ein, was wir ausatmen. Ein umherschweifendes Wolfsrudel oder ein Abend voller Grillenzirpen ist genau so individuell und einheitlich wie jeder einzelne unserer Körper. Wir handeln nicht in einem Vakuum, angetrieben von irgendeinem Grund: Die Gezeiten des Kosmos’ strömen durch uns.

Sprache dient nur der Kommunikation, weil wir sie gemeinsam teilen. Das gleiche gilt für Ideen und Wünsche: Wir können sie kommunizieren, weil sie größer als wir sind. Jeder von uns besteht aus einem Chaos gegensätzlicher Kräfte, die allesamt über uns hinaus durch Zeit und Raum gehen. Indem wir uns entscheiden, welche dieser Kräfte wir pflegen wollen, legen wir fest, was wir in allen, die uns begegnen, fördern.

Freiheit ist kein Besitz oder Eigentum – Freiheit ist eine Beziehung. Es geht nicht darum, von der Außenwelt beschützt zu werden, sondern darum, auf eine Art und Weise zu interagieren, die Möglichkeiten maximiert. Das bedeutet nicht, dass wir Konsens um seiner selbst Willen suchen sollten. Konflikt und Konsens können uns beide weiterbringen, solange keine zentralisierte Gewalt in der Lage ist, eine Einigung zu erzwingen, oder Konflikt in einen Wettbewerb umzuwandeln, bei dem der Gewinner alles bekommt. Statt die Welt in viele kleine Machtbereiche aufzuteilen, lasset uns lieber das Beste aus unserer Verbindung mit allem machen.

Alles Verändern. Ein anarchistischer Aufruf von crimethinc.com/tce

Alles Verändern. Anfangen mit Beziehungen, die auf Vertrauen basieren

Claude, 25. Februar 2015, 21:30 Uhr

Vertrauen konzentriert die Macht bei jenen, die es entgegenbringen und nicht bei jenen, die es erhalten. Eine Person, die sich Vertrauen verdient hat, braucht keine Absicherung durch Herrschaft. Wenn jemand nicht vertrauenswürdig ist, warum sollte derjenige dann Autorität besitzen? Und dennoch: Wem vertrauen wir weniger als Politikern, der Polizei oder Managern?

Ohne Autoritäten haben Menschen einen Anreiz, Lösungen für Konflikte zu finden, die für beide Parteien zufriedenstellend sind – um gegenseitiges Vertrauen zu erlangen. Hierarchien blockieren diesen Anreiz und ermöglichen es den Autoritäten, Konflikte zu unterdrücken.

Freundschaft ist im besten Falle eine Verbindung zwischen gleichberechtigten Menschen, die sich gegenseitig unterstützen und herausfordern, während sie die Autonomie des anderen respektieren. Das ist ein wirklich guter Standard, um daran all unsere Beziehungen zu bemessen. Ohne die Zwänge, die uns aktuell auferlegt werden – Staatsangehörigkeit und Illegalität, Eigentum und Schulden, wirtschaftliche und militärische Befehlsstrukturen – könnten wir unsere Beziehungen auf der Basis freier Vereinbarungen und gegenseitiger Hilfe neu aufbauen.

Alles Verändern. Ein anarchistischer Aufruf von crimethinc.com/tce